Armkreisen Im Unterhandgriff
Das Armkreisen im Unterhandgriff ist eine stehende Mobilitätsübung mit dem eigenen Körpergewicht, bei der du beide Arme gestreckt vor der Brust hältst, die Handflächen nach oben gedreht, und dann mit den Händen ruhige Kreise zeichnest, als würdest du große Ringe in die Luft malen. Die Unterhandstellung der Handflächen ist das, was die Übung von einem normalen Armkreisen unterscheidet: Die Drehung der Unterarme, sodass die Handflächen zur Decke zeigen, verändert die Rotation im Schultergelenk und stellt eine sanfte, andere Anforderung an die Schulterfront und die Brust – während der obere Rücken weiterhin bei der Kontrolle unterstützt.
Weil keine externe Last im Spiel ist, eignet sich diese Bewegung hervorragend als Aufwärmen vor Druck-, Zug- oder Überkopf-Einheiten. Sie bringt Wärme ins Schultergelenk, aktiviert die Muskeln, die das Schulterblatt positionieren, und gibt dir eine risikoarme Möglichkeit herauszufinden, wie sich deine Schultern anfühlen, bevor du Gewicht draufpackst. Sie ist auch eine sinnvolle eigenständige Übung für alle, die lange am Schreibtisch sitzen, denn das Zeichnen der Kreise über die Körpermitte hinaus führt die Arme durch Bewegungsbereiche, die Tippen und Autofahren kaum berühren.
Die Hauptarbeit leistet die Schulterfront, die Brust hilft mit, wenn die Arme nach innen und über den Körper schwingen, und die Muskeln zwischen den Schulterblättern stabilisieren die Scapula, damit die Kreise sauber bleiben und nicht in ein Schulterheben ausufern. Auch Unterarme und Handgelenke bleiben gefordert, denn das Halten der Unterhandposition über den ganzen Satz erfordert aktive Anspannung, kein lockeres Handgelenk.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als sie aussieht. Steh aufrecht, die Füße etwa hüftbreit auseinander, die Rippen über dem Becken gestapelt, und bring die Arme auf Schulterhöhe, bevor du mit dem Zeichnen beginnst. Startest du mit zu tiefen Armen, werden die Kreise zum wackelnden Front raise; hebst du die Schultern Richtung Ohren, übernehmen der obere Trapezmusel und die Schulter selbst bewegt sich nicht mehr sauber. Höhe, Handflächenstellung und ein entspannter Nacken sind die drei Details, die zuerst stimmen müssen.
Für eine saubere Ausführung bleiben die Ellbogen weich gestreckt, und die Kreise kommen aus dem Schultergelenk – nicht aus dem Beugen und Strecken der Arme. Zeichne die Kreise vor der Brust, halte die Größe konstant und wechsle etwa auf halber Wegstrecke der Wiederholungen die Richtung, damit beide Hälften des Bewegungsbereichs trainiert werden. Das Tempo sollte langsam genug sein, dass du die Hand an jedem Punkt des Kreises anhalten und ohne Anstrengung halten könntest.
Typische Einsatzbereiche sind die Schultervorbereitung vor dem Training, Mobilitätsrunden am Regenerationstag, Haltungsroutinen und rehaforientierte Programme, wenn ein Therapeut kontrollierte, unbelastete Bewegung über einen weiten Bogen wünscht. Stoppe und verkleinere den Kreis, wenn du ein Zwicken an der Schulterfront spürst, und dringe niemals durch stechende Schmerzen hindurch. Da die Übung unbelastet ist, geht es um die Qualität der Bewegungsbahn, nicht um Schnelligkeit oder Ausdauer – ein paar kontrollierte Sätze in jede Richtung reichen in der Regel völlig aus.
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Anleitungen
- Steh mit hüftbreit auseinanderstehenden Füßen, das Gewicht gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt, und lass deine Arme einen Moment entspannt seitlich hängen.
- Hebe beide Arme gestreckt vor dir auf Schulterhöhe, dann drehe deine Unterarme, sodass deine Handflächen in der Unterhandposition zur Decke zeigen.
- Zieh deine Schulterblätter nach unten und leicht zusammen, damit dein Nacken lang bleibt und deine Schultern fern von den Ohren bleiben.
- Spanne deine Körpermitte leicht an und halte den Oberkörper ruhig; die Bewegung soll aus den Schultern kommen, nicht aus dem Schwanken des Rumpfs.
- Halte die Ellbogen gestreckt und beginne, mit beiden Händen mittelgroße Kreise zu zeichnen, wobei du nach außen und vor der Brust über den Körper schwingst.
- Halte die Handflächen über den gesamten Satz nach oben gedreht und behalte die Kreise durchgehend in gleichmäßiger Größe.
- Nach etwa der Hälfte deiner Wiederholungen wechselst du die Richtung der Kreise, sodass du in die entgegengesetzte Richtung zeichnest.
- Atme die ganze Zeit ruhig weiter, ein und aus, ohne die Luft anzuhalten, während die Arme über die Körpermitte ziehen.
- Wenn du fertig bist, senkst du die Arme langsam zu den Seiten, schüttelst die Schultern kurz aus und richtest deine Haltung auf, bevor du mit dem nächsten Satz beginnst.
Tipps & Tricks
- Wenn deine Schultern während des Satzes Richtung Ohren kriechen, mach eine Pause, atme aus und zieh die Schulterblätter nach unten, bevor du die Kreise fortsetzt.
- Halte die Kreise auf Brusthöhe; sinken die Arme ab, wird die Übung zum Front raise und es arbeiten andere Muskeln.
- Ein häufiger Fehler ist das Beugen und Strecken der Ellbogen, sodass die Hände wackeln statt dass die Schulter rotiert. Prüfe, ob dein Ellbogen über den gesamten Kreis weich, aber gestreckt bleibt.
- Beginne mit kleineren Kreisen, als es sich nötig anfühlt. Übergroße Kreise in vollem Tempo sind die häufigste Ursache für Zwicken oder Zerrungsgefühle an der Schulterfront.
- Wenn die Unterhandstellung deine Handgelenke schnell ermüdet, verlangsame zuerst das Tempo, statt die Stellung aufzugeben; die Anspannung der Unterarme gehört zur Übung dazu.
- Mach die Übung gelegentlich vor einem Spiegel, um zu bestätigen, dass beide Hände gleich große Kreise zeichnen und auf gleicher Höhe bleiben.
- Vermeide es, nach hinten zu lehnen, wenn die Arme nach innen über den Körper schwingen. Rippen über dem Becken gestapelt halten dafür, dass Brust und Schultern die Arbeit machen.
- Passe die Kreisgröße an die steifere deiner beiden Schultern an, nicht an die beweglichere, damit beide Seiten denselben kontrollierten Bewegungsbereich durchlaufen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert das Armkreisen im Unterhandgriff?
Die Schulterfront leitet die meiste Bewegung, die Brust hilft mit, wenn die Arme über den Körper schwingen. Die Muskeln rund um die Schulterblätter und die Unterarme arbeiten isometrisch, um die Handflächen oben und die Bahn kontrolliert zu halten.
Warum zeigen die Handflächen in dieser Übung nach oben statt nach unten?
Die Unterhandstellung bringt eine Unterarmrotation mit hinein, die die Anforderung an das Schultergelenk im Vergleich zum normalen Armkreisen verändert. Außerdem bleiben Handgelenke und Unterarme so über den ganzen Satz aktiv gefordert.
Ist das Armkreisen im Unterhandgriff für Anfänger geeignet?
Ja, es ist eine unbelastete Übung mit dem eigenen Körpergewicht, die die meisten in ein bis zwei Minuten lernen können. Anfänger sollten mit kleinen, langsamen Kreisen starten und sie erst vergrößern, wenn sich die Bewegung flüssig anfühlt.
Wie groß sollten die Kreise sein?
Starte mit Kreisen etwa in der Größe eines Esstellers und vergrößere sie schrittweise, solange die Schultern angenehm bleiben. Die Größe sollte über den gesamten Satz konstant bleiben statt zu wachsen und zu schrumpfen.
Sollte ich die Kreise vorwärts und rückwärts zeichnen?
Ja, der Richtungswechsel auf halber Wegstrecke der Wiederholungen stellt sicher, dass die Schulter beide Hälften des Bogens durchläuft. Viele Menschen trainieren unbewusst nur eine Richtung.
Ich spüre ein Zwicken an der Schulterfront beim Armkreisen im Unterhandgriff. Was soll ich ändern?
Verkleinere den Kreis, verlangsame das Tempo und achte darauf, dass deine Schultern nicht hochgezogen sind. Wenn das Zwicken auch mit kleinen Kreisen anhält, lass die Übung weg und konsultiere eine qualifizierte Fachperson, bevor du weitermachst.
Wann ist der beste Zeitpunkt für diese Übung im Training?
Am besten eignet sie sich als Aufwärmen vor Bankdrücken, Überkopfdrücken oder Zug-Einheiten, und sie passt auch gut in Mobilitätsroutinen am Regenerationstag. Unaufgewärmt ist sie in Ordnung, aber am sinnvollsten ist sie direkt vor der Schulterbelastung.
Was kann ich tun, wenn ich meine Handflächen nicht einen ganzen Satz nach oben gedreht halten kann?
Wechsle einige Wiederholungen in der Unterhandstellung mit einigen in der neutralen Position mit nach oben zeigenden Daumen ab, während sich deine Unterarmkraft aufbaut. Die Bahn der Kreise bleibt gleich; nur die Unterarmrotation ändert sich.
Wie viele Wiederholungen und Sätze sollte ich machen?
Etwa 8 bis 12 Kreise in jede Richtung für ein bis zwei Sätze reichen völlig aus, denn bei der Übung geht es um Bewegungsqualität statt um Ermüdung. Mehr Volumen bringt selten einen Mehrwert und führt eher dazu, dass die Bahn leidet.
