Wadensprung
Der Wadensprung ist eine plyometrische Körpergewichtsübung, bei der du wiederholt von den Fußballen abspringst und die Bewegung fast ausschließlich aus deinen Waden erzeugst. Anders als bei einem normalen Sprung, bei dem Hüfte und Knie tief gebeugt werden und die Beine die meiste Arbeit machen, bleiben beim Wadensprung die Beine relativ gestreckt, und der Gastrocnemius und der Soleus sollen dich mit minimalem Beitrag von Knie und Hüfte vom Boden schnippen. Der hervorgehobene Bereich der Bewegung ist der obere Wadenbereich – genau die Muskelgruppe, die hier den Großteil der Arbeit leistet.
Diese Übung ist für alle sinnvoll, die stärkere und reaktivere Unterschenkel wollen. Sprinter, Springer und Hallensportler profitieren, weil starke Waden die Abdruckkraft und die Knöchelsteifigkeit verbessern. Aber auch Freizeitsportler, die ohne Ausrüstung Wadenumfang und Belastbarkeit aufbauen möchten, ziehen Vorteil daraus. Da die Waden bei jeder Wiederholung die Landekräfte abfangen, trainiert die Bewegung auch die Achillessehne und die kleinen stabilisierenden Muskeln rund um den Knöchel.
Die Ausgangsposition ist einfach, aber wichtig. Du stehst aufrecht, die Füße etwa hüftbreit auseinander, die Arme entspannt an den Seiten oder leicht auf der Hüfte abgestützt. Entscheidend ist, dass dein Oberkörper aufrecht bleibt und die Knie fast durchgestreckt sind. Wenn du anfängst, die Knie zu beugen und daraus einen Kniebeugensprung zu machen, sind die Waden nicht mehr der limitierende Faktor, und die Übung verliert ihren Sinn.
Zur Ausführung hebst du dich auf die Fußballen und drückst dann kraftvoll über die Zehen ab, um vom Boden zu kommen. In der Luft bleiben die Knie leicht, aber nicht tief gebeugt, die Zehen zeigen leicht nach unten, und du landest auf den Fußballen, bevor sich die Fersen kontrolliert absenken. Der Rhythmus sollte sich federnd anfühlen, mit kurzen, leisen Bodenkontakten. Eine laute, schwere Landung bedeutet meist, dass deine Waden den Aufprall schlecht abfedern.
Der Wadensprung eignet sich gut als Aufwärmen vor Sprint- oder Sprungeinheiten, als eigene Wadenaufbauübung im Heimtraining ohne Gewichte oder als Abschluss am Ende eines Beintags, um die Waden über einen anderen Reiz zu ermüden als mit langsamen, schweren Wadenheben. Beginne mit zwei bis drei Sätzen à zehn bis zwanzig Sprüngen und steigere den Umfang allmählich, denn plyometrische Wadenarbeit verursacht mehr Muskelkater, als man erwartet.
Aus Sicherheitssicht: Führe die Übung auf einem nachgiebigen Untergrund wie einem Hallenboden, einer Matte oder auf Gras aus, nicht auf Beton, und brich ab, wenn du stechende Schmerzen an der Achillessehne oder an der Rückseite des Knöchels spürst. Wenn du neu im Springen bist oder nach einer Verletzung des Unterschenkels zurückkommst, beginne mit kleinen Sprüngen nahe am Boden, bevor du echte Höhe suchst.
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Anleitungen
- Steh aufrecht, die Füße etwa hüftbreit auseinander, die Arme entspannt an den Seiten oder die Hände locker auf der Hüfte abgestützt.
- Verlagere dein Gewicht auf die Fußballen, sodass die Fersen etwas vom Boden abheben, und halte den Oberkörper aufrecht und den Blick nach vorn.
- Spanne die Körpermitte leicht an, um eine aufrechte Haltung zu bewahren, und lasse die Knie fast durchgestreckt – nur so weit gebeugt, dass du federnd bleibst.
- Drücke kraftvoll über die Fußballen und die Zehen ab, um gerade nach oben zu springen, und lasse die Waden die Arbeit machen, statt Knie und Hüfte tief zu beugen.
- Halte die Beine in der Luft relativ gestreckt und lass die Zehen beim Aufsteigen leicht nach unten zeigen.
- Lande auf den Fußballen mit nur leicht gebeugten Knien und fange die Landung leise ab, statt hart aufzukommen.
- Lass die Fersen kurz Richtung Boden absenken und drücke dann sofort in den nächsten Sprung, wenn du kontinuierliche Wiederholungen machst – oder kehre zwischen den Sprüngen in einen vollständigen Stand zurück, wenn du einzelne Sprünge bevorzugst.
- Atme beim Abdruck aus und beim Landen sowie während der kurzen Pause zwischen den Sprüngen ein.
- Beende deinen Satz und schüttle vor der nächsten Runde kurz Waden und Knöchel aus, denn verspannte Waden verschlechtern die Landequalität schnell.
Tipps & Tricks
- Wenn deine Knie bei jedem Sprung stark gebeugt werden, hast du daraus einen Kniebeugensprung gemacht. Reduziere die Höhe und konzentriere dich darauf, nur über die Zehen abzudrücken, mit gestreckten Beinen.
- Eine laute oder klatschende Landung bedeutet, dass deine Waden das Absenken nicht kontrollieren. Übe kleinere Sprünge, bis du jedes Mal weich auf den Fußballen landest.
- Lass die Fersen zwischen den Wiederholungen nicht hart auf den Boden knallen. Halte das Gewicht vorn auf dem Vorfuß, damit die Waden dauerhaft unter Spannung bleiben.
- Vermeide es, dich nach hinten zu wiegen oder den Oberkörper nach vorne zu lehnen, um Höhe zu gewinnen. Die Höhe soll aus der Streckung im Knöchel kommen, nicht aus der Schwungbewegung des Körpers.
- Achte auf die Bodenkontaktzeit, nicht nur auf die Wiederholungen. Schnelle, federnde Kontakte trainieren die Wadenreaktivität besser als langsame, schwebende Sprünge.
- Wenn deine Waden krampfen, was bei dieser Bewegung häufig vorkommt, reduziere die Wiederholungen pro Satz und dehne sie zwischen den Sätzen sanft.
- Steigere erst die Wiederholungen oder die Gesamtzahl der Sätze, bevor du die Sprunghöhe erhöhst, denn der Umfang summieren sich schnell auf der Achillessehne.
- Trainiere diese Sprünge vor schweren Wadenheben oder nach einer gründlichen Aufwärmphase – niemals mit komplett kalten Waden.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert der Wadensprung?
Der Gastrocnemius und der Soleus, die beiden Muskeln, die die Waden bilden, leisten den Großteil der Arbeit. Auch die Knöchelstabilisatoren und die kleinen Fußmuskeln arbeiten bei jeder Landung intensiv mit.
Worin unterscheidet sich der Wadensprung von einem normalen Sprung oder Kniebeugensprung?
Beim Wadensprung bleiben Knie und Hüfte relativ gestreckt, und die Höhe entsteht fast ausschließlich durch die Streckung der Knöchel. Ein Kniebeugensprung stützt sich stark auf Quadrizeps und Gesäß, sodass die Waden nicht mehr der Hauptantrieb sind.
Ist der Wadensprung für Anfänger geeignet?
Ja, solange Anfänger mit niedrigen, kleinen Sprüngen und moderatem Umfang starten. Plyometrisches Springen verursacht mehr Muskelkater als langsame Wadenheben, daher ist es sinnvoll, mit ein bis zwei kurzen Sätzen zu beginnen.
Sollen meine Fersen zwischen den Sprüngen den Boden berühren?
Du darfst sie kurz und leicht absenken, aber lass sie niemals hart aufschlagen. Wenn das Gewicht auf den Fußballen bleibt, bleibt die Spannung in den Waden erhalten, und Ferse sowie Achillessehne sind vor abruptem Aufprall geschützt.
Kann der Wadensprung Wadenheben ersetzen?
Nicht vollständig. Der Wadensprung baut Kraft und Elastizität auf, während Wadenheben den Muskel langsam und schwer über die volle Dehnung und Kontraktion belasten. Beide Übungen zusammen sorgen für eine rundumere Wadenentwicklung.
Wie viele Wiederholungen und Sätze sollte ich machen?
Zwei bis drei Sätze mit zehn bis zwanzig Sprüngen sind ein sinnvoller Einstieg. Weil die Bodenkontakte Achillessehne und Waden schnell belasten, steigere den Umfang über Wochen allmählich, statt in der ersten Einheit ans Limit zu gehen.
Auf welchem Untergrund sollte ich Wadensprünge ausführen?
Am besten ein Untergrund mit etwas Nachgiebigkeit, etwa ein Hallenboden, eine Turnmatte oder Gras. Wiederholtes Springen auf hartem Beton erhöht die Belastung für Knöchel und Schienbeine.
Meine Waden verkrampfen beim Wadensprung. Was soll ich ändern?
Krämpfe sind häufig, weil die Waden in einer verkürzten, explosiven Range arbeiten. Halbiere etwa die Wiederholungen pro Satz, mache etwas längere Pausen zwischen den Sätzen und dehne die Waden an trainingsfreien Tagen sanft, bis das Krampfen nachlässt.
Ist das sicher für meine Achillessehne?
Für gesunde Sehnen sind kontrolliert gesteigerte Plyometriken wie diese in der Regel gut verträglich und können sogar die Sehnenbelastbarkeit verbessern. Wenn du bereits Achillessehnenprobleme hattest oder während oder nach der Übung stechende Schmerzen spürst, reduziere die Belastung und hol dir professionellen Rat, bevor du weitermachst.
