Stehendes Reverse Fly Am Kabelzug Mit Gekreuzten Seilen Von Oben
Das stehende Reverse Fly am Kabelzug mit gekreuzten Seilen von oben ist eine Isolationsübung für die hinteren Schultern, die an einem Kabelturm mit zwei Seilzügen ausgeführt wird, deren Rollen hoch eingestellt sind. Du stehst mittig zwischen den beiden Gewichtsblöcken, greifst über deinen Körper hinweg in jede Hand den gegenüberliegenden Griff und ziehst die Seile seitlich nach außen, bis deine Arme in einem breiten T auf Schulterhöhe geöffnet sind. Da sich die Seile vor deiner Brust kreuzen, zieht der Widerstand diagonal über den Körper, wodurch hintere Schulter und oberer Rücken über den gesamten Bewegungsbogen deutlich stärker arbeiten müssen, als es bei einem Reverse Fly mit Kurzhanteln möglich wäre.
Diese Bewegung ist besonders wertvoll für alle, deren Training stark auf Drücken ausgelegt ist – Bankdrücken, Schulterdrücken, Liegestütze – und nur wenig Ziehen enthält. Die hinteren Schultern und die Muskeln zwischen den Schulterblättern hängen dann oft hinterher, was sich in rundem Rücken oder einem unausgewogenen Oberkörper zeigen kann. Ein gekreuztes Kabel-Reverse Fly zwei- bis dreimal pro Woche einzubauen ist eine der direktesten Methoden, um die Schultermuskulatur auf der Rückseite aufzubauen und die Stabilität des Schultergürtels zu verbessern.
Der gekreuzte Griff macht diese Variante besonders: Durch die überkreuzten Seile steht die hinterere Schulter schon vor der ersten Wiederholung unter Spannung, und die diagonale Zuglinie sorgt für konstanten Widerstand vom ersten bis zum letzten Zentimeter der Bewegung. Klassische Reverse Flys mit Kurzhanteln sind dagegen nur am höchsten Punkt am schwersten und bieten am Anfang fast keinen Widerstand. Genau diese konstante Spannung ist der Grund, warum die Übung leichte Gewichte und saubere Technik belohnt.
Hier ist die Einstellung wichtiger als das Gewicht. Die Rollen sollten auf oder leicht über Kopfhöhe sitzen, und du musst weit genug vor dem Gerät stehen, damit die Seile über den gesamten Bewegungsbereich in einem gleichmäßigen Winkel ziehen. Dein Stand sollte versetzt oder hüftbreit sein, mit leicht gebeugten Knien, aufrechtem Oberkörper und Schulterblättern, die vor der ersten Wiederholung sanft nach unten gezogen werden, damit der Impuls aus den Schultern kommt und nicht aus einem Schulterheben.
Für eine saubere Ausführung hältst du die Arme fast gestreckt mit einer weichen Ellenbogenbeuge und öffnest die Arme in einem weiten Bogen, statt die Griffe Richtung Rumpf zu ziehen. Beende die Bewegung, wenn deine Hände etwa auf Schulterhöhe sind, halte kurz inne, um die Kontraktion in den hinteren Schultern zu spüren, und lass dann die Seile deine Arme kontrolliert über den Körper zurückführen. Typische Einsatzbereiche sind Zusatzübungen nach Rudern oder Zügen, Abschlussübungen am Schultertag und Sätze mit höheren Wiederholungszahlen im Bereich von 12 bis 20, bei denen die konstante Kabelspannung richtig zum Tragen kommt. Bleib beim Gewicht ehrlich – wenn du dich nach hinten lehnen oder die Schultern hochziehen musst, haben die hinteren Schultern die Arbeit nicht mehr übernommen.
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Anleitungen
- Stelle beide Rollen eines Kabelturms mit zwei Seilzügen auf die höchste Position und montiere an jede Seite einen einzelnen Griff.
- Stelle dich mittig zwischen die beiden Gewichtsblöcke, einen Schritt nach vorne, sodass die Seile leicht abwärts zu dir zeigen, mit hüftbreitem oder leicht versetztem Stand und weich gebeugten Knien.
- Greif über deinen Körper hinweg und nimm den linken Griff mit der rechten Hand und den rechten Griff mit der linken Hand, sodass sich die Seile vor deiner Brust kreuzen, während deine Arme nach vorne auf etwa Schulterhöhe ausgestreckt sind.
- Zieh deine Schulterblätter nach unten und hinten, spanne die Körpermitte an und halte die Brust aufrecht, ohne das Lendenwirbelsäulen-Hohlkreuz zu überstrecken.
- Halte die Arme fast gestreckt mit einer leichten Ellenbogenbeuge und ziehe die Griffe in einem weiten Bogen nach außen und hinten, bis deine Arme ein T auf Schulterhöhe bilden, wobei sich die Seile hinter deinem Körper entlangziehen.
- Halte kurz in der geöffneten Position inne und spanne die hinteren Schultern und den oberen Rücken fest an.
- Lass deine Arme langsam über die Brust zurückführen, indem du dem Zug der Seile Widerstand entgegensetzst, bis sich deine Hände vor dir fast berühren.
- Atme aus, während du die Arme seitlich öffnest, und atme ein, während du sie kontrolliert über den Körper zurückführst.
- Führe alle Wiederholungen aus und lass dann vorsichtig jeweils einen Griff nach dem anderen los, denn die Spannung der gekreuzten Seile kann deine Arme zurückreißen, wenn du plötzlich loslässt.
- Richte Stand und Schulterposition neu aus, bevor du den nächsten Satz beginnst.
Tipps & Tricks
- Der häufigste Fehler ist, daraus ein Rudern zu machen: Landen die Griffe nahe an deinen Rippen, beuge die Ellbogen nicht stärker, sondern denk daran, die Arme weit zu öffnen statt sie nach hinten zu ziehen.
- Achte auf Schulterheben – übernehmen deine oberen Kapuzenmuskeln die Arbeit, ist das Gewicht zu schwer oder wandern deine Schulterblätter nach oben; reduziere das Gewicht und drücke die Schultern aktiv von den Ohren weg.
- Halte die Ellenbogenbeuge über den gesamten Satz bei etwa 10 bis 20 Grad konstant. Beim Ziehen durchgestreckte Arme verändern die Hebelwirkung und belasten das Ellenbogengelenk.
- Wer zu nah am Gerät steht, verkürzt den Seilverlauf und bekommt eine unbequeme Ausgangsposition. Geh einen Schritt nach vorne, bis die Seile sauber an deinen Schultern vorbeiführen.
- Ein leicht eingezogenes Kinn und ein fester Blickpunkt vor dir helfen dir, nicht mit dem Nacken in die Seile zu drücken, wenn diese vor deinem Gesicht kreuzen.
- Probiere eine Handstellung mit nach unten zeigendem Daumen oder neutrale Handstellung aus – viele spüren mit leichter Pronation der Hände in der offenen Position eine stärkere Kontraktion der hinteren Schulter.
- Kontrolliere die Rückführung genauso wie das Ziehen. Wenn die gekreuzten Seile deine Arme über den Körper zurückreißen dürfen, verschenkst du die halbe Wiederholung und belastest die Vorderseite der Schulter.
- Beginne beim ersten Mal mit einem sehr leichten Gewicht. Der Winkel der gekreuzten Seile erzeugt mehr Widerstand, als die meisten erwarten, sobald die Seile an deinem Körper vorbeiführen.
- Fühlt sich eine Seite schwächer an, mach einseitige Sätze, bei denen du nur den gegenüberliegenden Griff ergreifst, damit die starke Seite nicht ausgleichen kann.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert das stehende Reverse Fly am Kabelzug mit gekreuzten Seilen von oben?
Die hinteren Schultern sind die Hauptmover, unterstützt von Rhomboideus, mittlerem und unterem Trapezius sowie den kleinen Muskeln der Rotatorenmanschette, die das Schultergelenk stabilisieren. Deine Körpermitte arbeitet zudem isometrisch, um den Oberkörper gegen den diagonalen Seilzug aufrecht zu halten.
Warum müssen die Seile bei dieser Übung gekreuzt sein?
Durch das Kreuzen der Seile stehen die hinteren Schultern von Beginn der Wiederholung an unter Spannung, und der Widerstand bleibt über den gesamten Bogen konstant. Zusätzlich entsteht eine leichte Dehnung an der Vorderseite der Schultern, was einen tieferen Arbeitsbereich ergibt als ein klassisches Reverse Fly.
Wie hoch sollte ich die Rollen einstellen?
Stelle sie auf oder knapp über Kopfhöhe, damit die Seile etwa auf Schulterhöhe ziehen, wenn deine Arme nach vorne ausgestreckt sind. Sind die Rollen zu niedrig, driftet die Bewegung Richtung Face Pull oder Rudern, und der Fokus auf die hintere Schulter geht verloren.
Ist das stehende Reverse Fly am Kabelzug mit gekreuzten Seilen von oben für Anfänger geeignet?
Ja, solange das Gewicht leicht gehalten wird und der Fokus auf dem weiten Bogen statt auf der Last liegt. Anfängern hilft es oft, mit der einseitigen Variante zu starten, um die Schulterbewegung zu lernen, bevor sie beide gekreuzten Seile koordinieren.
Worin unterscheidet sich diese Übung vom Reverse Fly mit Kurzhanteln?
Kurzhanteln wirken nur vertikal gegen die Schwerkraft, sodass die Spannung zu Beginn der Wiederholung nachlässt, während die gekreuzten Seile die gesamte Zeit diagonal über den Körper ziehen. Die Kabelvariante erlaubt zudem, jede Seite einzeln mit exakt gleichem Winkel bei jeder Wiederholung zu trainieren.
Was soll ich tun, wenn meine oberen Kapuzenmuskeln die Bewegung übernehmen?
Reduziere das Gewicht, ziehe die Schulterblätter vor jeder Wiederholung aktiv nach unten und verkürze den Bewegungsbereich leicht, sodass deine Hände auf Schulterhöhe stoppen und nicht höher wandern. Schulterheben ist das deutlichste Zeichen, dass die Last über dem capability der hinteren Schultern liegt.
Womit kann ich die Übung ersetzen, wenn mein Studio keinen Kabelturm mit zwei Seilzügen hat?
Eine einzelne Kabelsäule funktioniert, wenn du die Übung einarmig ausführst und den Griff von der gegenüberliegenden Seite nimmst. Hoch verankerte und vor dem Körper gekreuzte Widerstandsbänder sind eine sinnvolle Alternative für zu Hause mit sehr ähnlicher Mechanik.
Wie viele Sätze und Wiederholungen sind bei dieser Bewegung ideal?
Da die hinteren Schultern gut auf konstante Spannung und kontrolliertes Tempo reagieren, haben sich Sätze mit 12 bis 20 Wiederholungen bei 2 bis 4 Sätzen am besten bewährt. Platziere die Übung gegen Ende eines Schulter- oder Oberkörpertrainings nach deinem schweren Zug- oder Druckarbeit.
Ist es sicher, die gekreuzten Griffe während des Satzes loszulassen?
Nein – die gekreuzten Seile stehen vor deiner Brust unter Spannung, sodass ein plötzliches Loslassen deine Arme zurückreißen und die Schultern belasten kann. Beende den Satz oder bring das Gewicht kontrolliert zum Stillstand und lass dann jeweils einen Griff nach dem anderen los.
Sollen meine Ellbogen beim Ziehen gebeugt oder gestreckt sein?
Halte während der gesamten Wiederholung eine feste, leichte Beuge von etwa 10 bis 20 Grad, als würden deine Arme einen weiten Bogen nachzeichnen. Durchgestreckte Ellbogen oder eine stärkere Beugung beim Ziehen verlagern die Arbeit von den hinteren Schultern weg.
