Armkreisen Am Pilates-Reformer
Das Armkreisen am Pilates-Reformer ist eine Übung auf dem Reformer, bei der du aufrecht kniend auf dem Schlitten sitzt, die Seilgriffe in den Händen hältst und die Arme in einem großen Kreis führst: von hinten an der Hüfte vorbei, nach vorn oben, über den Kopf und an den Seiten wieder nach unten. Da die Züge über die Rollen an der Vorderseite des Geräts gespannt werden, stehen die Arme während des gesamten Bewegungsbogens unter konstanter Spannung – etwas, das mit freien Gewichten schlicht nicht nachzubilden ist. Die Bewegung sieht anmutig aus, aber wer sie mit ehrlicher Federlast schon einmal gemacht hat, weiß, wie schnell Schultern und tiefe Rumpfmuskulatur anfangen zu arbeiten.
Diese Übung ist ein fester Bestandteil des klassischen Reformer-Trainings und besonders wertvoll für alle, die stärkere und beweglichere Schultern wollen, ohne schwer zu drücken. Sie trainiert Deltamuskel, Latissimus und oberen Rücken über einen langen, fließenden Bewegungsumfang, während die Kniehaltung verlangt, dass der Rumpf strukturiert bleibt. Bürobeschäftigte mit verspannten Schultern, Kraftsportler, die ein kontrolliertes Schulter-Aufwärmen suchen, und Pilates-Praktizierende, die sich durch das klassische Repertoire arbeiten, profitieren alle davon.
Die Kniestellung ist es, was diese Übung vom Armkreisen am Kabelturm im Stehen unterscheidet. Wenn du auf dem Schlitten kniest, fallen die Beine als Ausgleichsmöglichkeit weg – jedes Mogeln muss also sichtbar vonwoanders kommen: durch ein Hohlkreuz, ausgestellte Rippen oder ein Wippen des Oberkörpers. Das macht die Übung zur Doppelaufgabe: Die Arme führen den Kreis, während der Rumpf sich nicht von den Zügen herumziehen lässt. Deine Hüftstrecker und Rumpfstabilisatoren arbeiten dabei die ganze Zeit still daran, dich groß und ruhig zu halten.
Die Ausführungsqualität steckt in drei Details. Erstens: Halte die Spannung auf den Zügen an jedem Punkt des Kreises, statt den Schlitten wegdriften zu lassen oder die Züge schlaff werden zu lassen. Zweitens: Bewege die Arme unabhängig vom Rumpf; die Rippen bleiben über dem Becken gestapelt und heben sich nicht mit, wenn die Arme über den Kopf wandern. Drittens: Halte den Kreis weit und geschmeidig, als würdest du die Außenseite eines großen Rades nachzeichnen – statt eine kleine, gehetzte Schleife nah am Brustkorb zu ziehen.
In der Praxis erscheint diese Übung meist in der Mitte einer Einheit, nach den Bein- oder Footwork-Serien, wenn der Körper warm ist und die Körpermitte bereits aktiviert. Starte mit leichterer Federlast und weniger Wiederholungen, als du denkst zu brauchen – der lange Hebel der gestreckten Arme macht selbst leichte Federn am oberen Ende des Bogens anspruchsvoll. Wenn du spürst, dass die Arbeit in Nacken oder Lendenwirbelsäule abwandert, reduziere zuerst die Federlast oder die Größe des Kreises, bevor du etwas anderes änderst.
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Anleitungen
- Stelle ein bis zwei leichte bis mittlere Federn am Reformer ein und knie auf dem Schlitten mit Blick zu den Rollen, Knie an den Schulterstützen, Unterschenkel und Fußrücken flach auf dem Schlitten.
- Fasse einen Seilgriff in jede Hand, sodass die Züge außen an deinen Oberschenkeln laufen, und richte dich groß auf, sodass Schultern, Rippen und Hüften in einer vertikalen Linie übereinander liegen.
- Ziehe den unteren Bauch Richtung Wirbelsäule hinein und lass das Steißbein leicht absinken, sodass das Becken neutral steht; spanne die Gesäßmuskeln sanft an, um die Knieposition zu fixieren.
- Beginne mit den Armen gestreckt hinter der Hüfte, Handflächen nach hinten gerichtet, und spüre die leichte Spannung auf den Zügen, bevor der Kreis startet.
- Atme ein und führe beide gestreckten Arme an den Oberschenkeln vorbei und vor dem Körper nach oben, halte den Kreis weit, sodass die Hände weit vom Rumpf entfernt bleiben.
- Führe den Bogen fort, bis die Arme über dem Kopf sind und die Züge straff stehen, die Rippen bleiben unten – lass den unteren Rücken nicht ins Hohlkreuz ausweichen, um extra Höhe zu gewinnen.
- Atme aus und vollende den Kreis, indem du die Arme seitlich nach unten und hinter die Hüfte führst, wobei du den Zügen auf dem Weg nach unten Widerstand leistest, statt sie einfach fallen zu lassen.
- Absolviere die gewünschte Anzahl an Wiederholungen in eine Richtung, danach den Kreis umgekehrt, sodass die Arme zuerst nach hinten wandern – mit derselben aufrechten Kniehaltung.
- Bei der letzten Wiederholung senkst du die Griffe vorsichtig auf den Schlitten oder Rahmen ab, bevor du die Züge loslässt, und steigst seitlich vom Gerät, statt mit gespannten Zügen abzusteigen.
Tipps & Tricks
- Der häufigste Fehler ist das Ausstellen der Rippen, wenn die Arme über den Kopf gehen – daraus wird eine Dehnung des unteren Rückens statt Schulterarbeit; gib dir selbst das Kommando, die Rippen vorne zusammenzuziehen und die Rumpfvorderseite geschlossen zu halten.
- Wenn der Schlitten während des Kreises rutscht oder klappert, lehnst du dich in die Züge; drücke die Unterschenkel gleichmäßig nach unten und stell dir vor, dass dich eine Schnur am Kopf nach oben zieht.
- Griffst du die Handgriffe zu fest, ermüden die Unterarme, bevor die Schultern überhaupt arbeiten – halte sie nur fest genug, damit sie nicht rutschen, und nicht mehr.
- Hochziehen der Schultern zu den Ohren am oberen Ende des Bogens ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Feder zu schwer ist; reduziere die Last und lass den oberen Trapezmuskel entspannt und weg vom Hals.
- Halte die Ellbogen durchgestreckt, aber ohne Druck; ein weicher, gerader Arm erhält den langen Hebel, während gebeugte Ellbogen den Kreis verkleinern und stillschweigend den Großteil der Schwierigkeit entfernen.
- Richte die Atmung nach der Bewegungsbahn aus – einatmen auf dem Weg nach oben, ausatmen auf dem Weg nach unten – statt im oberen Bereich, wo die Anstrengung am größten ist, den Atem anzuhalten.
- Mach den Kreis symmetrisch: Wenn eine Hand eine kleinere Schleife zieht, verlangsame das Tempo und übe einige Wiederholungen, wobei du darauf achtest, dass beide Arme dieselbe Bahn laufen.
- Beende jeden Satz damit, die Arme hinter die Hüfte zurückzuführen, bevor du aufstehst; loslassen mitten im Kreis lässt Schlitten und Züge ruckartig zu den Rollen zurückschnappen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert das Armkreisen am Pilates-Reformer?
Die vordere Schultermuskulatur leistet den Großteil der sichtbaren Arbeit, während die gestreckten Arme gegen die Zugspannung wandern; Latissimus und oberer Rücken kontrollieren die Rückführung hinter die Hüfte. Die tiefe Rumpfmuskulatur und die Hüftstabilisatoren arbeiten isometrisch, um den Rumpf in der Kniehaltung groß und ruhig zu halten.
Warum wird diese Übung kniend statt stehend ausgeführt?
Das Knieen auf dem Schlitten nimmt den Beinschub heraus, sodass Arme und Rumpf die Arbeit ehrlich leisten müssen. Zusätzlich wird die Herausforderung für den Gleichgewichtssinn erhöht: Ausgestellte Rippen und ein Hohlkreuz fallen sofort auf und lassen sich direkt korrigieren.
Ist das Armkreisen am Pilates-Reformer für Anfänger geeignet?
Ja, sofern die Federlast leicht ist und der Kreis anfangs klein gehalten wird. Anfänger sollten zuerst die aufrechte Kniehaltung mit straffen Zügen beherrschen, bevor sie zu vollen Bögen über den Kopf übergehen.
Wie viele Federn sollte ich beim Armkreisen am Pilates-Reformer verwenden?
Starte mit einer leichten Feder – der lange Hebel der gestreckten Arme macht selbst minimale Spannung über dem Kopf anspruchsvoll. Wenn du deine Rippen am oberen Punkt des Kreises nicht unten halten kannst, ist die Last zu schwer.
Sollen die Arme die ganze Zeit gestreckt bleiben?
Ja, die Arme wirken als lange Hebel mit gestreckten Ellbogen – genau das lässt die Schultern den vollen Bogen arbeiten. Beugt man die Ellbogen, verkürzt sich der Kreis und die Anforderung an den Deltamuskel sinkt deutlich.
Warum spüre ich das im Nacken statt in den Schultern?
Das bedeutet meist, dass der obere Trapezmuskel hochzieht, um mitzuhelfen, wenn die Arme sich dem Kopf nähern. Entspanne die Schultern weg von den Ohren, reduziere die Federlast und verringere die Höhe des Bogens leicht, bis das Hochziehen verschwindet.
Kann ich etwas anderes verwenden, wenn ich keinen Reformer habe?
Armkreisen im Stehen mit einem leicht angezogenen Widerstandsband, das tief vor dir verankert ist, bildet den Bogen ungefähr nach, wobei die Herausforderung für den Rumpf in Kniehaltung wegfällt. Armkreisen mit Band in Kniehaltung stellt einen großen Teil der Rumpfstabilitätskomponente wieder her.
Ist die Übung bei eingeschränkter Schulterbeweglichkeit sicher?
Wenn du die gestreckten Arme nicht ohne Hohlkreuz oder Hochziehen der Schultern über den Kopf heben kannst, arbeite in einem kleineren Kreis unterhalb der Schulterhöhe und erweitere den Bewegungsumfang schrittweise. Anhaltendes Zwicken oder Unbehagen im Schultergelenk ist ein Signal, sofort zu pausieren und sich von einem qualifizierten Fachmann abklären zu lassen.
Wie viele Wiederholungen und Sätze sollte ich machen?
Drei bis fünf langsame Kreise in jede Richtung, für zwei bis drei Sätze, ist eine typische Dosis in einer Pilates-Einheit. Weil die Bewegung langsam und kontrolliert ist, zählt Qualität weit mehr als Umfang.
