Gesäß-Gehen
Gesäß-Gehen ist eine sitzende Körpergewicht-Übung, bei der du dich allein durch abwechselnde Kontraktionen deiner Gesäßmuskulatur über den Boden bewegst. Du sitzt aufrecht mit gestreckten Beinen vor dir, die Hände vor der Brust gefaltet, und hebst und verschiebst dann eine Gesäßhälfte nach der anderen, um dich vorwärts oder rückwärts zu schieben. Da die Beine entspannt und passiv bleiben, müssen die Hüften die ganze Arbeit übernehmen – das macht diese Übung zu einer der direktesten Methoden, die Gesäßmuskeln spürbar zu aktivieren und zu stärken, ganz ohne Zusatzgewicht.
Diese Bewegung ist besonders hilfreich, wenn du bei Kniebeugen, Brücken oder Ausfallschritten deine Gesäßmuskeln kaum spürst. Die Isolation zwingt jede Seite, für sich allein zu arbeiten, daher eignet sich die Übung sowohl als Aktivierung vor dem Unter körper-Training als auch als Diagnosewerkzeug: Schiebst du dich mit einer Seite leichter als mit der anderen, hast du ein Ungleichgewicht gefunden, das es zu bearbeiten lohnt. Auch in der Reha und im Wochenbett-Bereich ist sie beliebt, weil sie die Hüften schonend belastet und die Wirbelsäule in neutraler, aufrechter Position hält.
Die Hauptarbeit leisten die Gesäßmuskeln, vor allem der gluteus maximus und der gluteus medius auf der jeweils gehobenen Seite. Die Hüftbeuger und die untere Bauchmuskulatur stabilisieren deinen Rumpf beim Verschieben, und die schrägen Bauchmuskeln kontrollieren die leichte Drehung des Beckens bei jedem Schritt. Deine Beinbeuger und Quadrizeps bleiben ausgeschaltet – genau das macht die Gesäßanstrengung so deutlich spürbar.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als sie aussieht. Setz dich mit gestreckten Beinen, die Füße etwa hüftbreit auseinander und die Knöchel locker, und bringe deinen Rumpf senkrecht über das Becken mit stolzer Brust. Die Hände kannst du vor der Brust gefaltet halten oder seitlich ausgestreckt für Balance, aber drücke sie nicht gegen den Boden – sobald die Hände dich nach vorne ziehen, hört das Gesäß auf zu arbeiten. Halte die Wirbelsäule lang statt rund zu machen, denn ein Einsacken verlagert die Arbeit in den unteren Rücken.
Für eine saubere Ausführung hebst du eine Gesäßhälfte leicht vom Boden ab und setzt sie einen Schritt nach vorn, dann wiederholst du das mit der anderen Seite und wechselst flüssig über eine bestimmte Strecke, etwa zehn bis zwanzig Schritte. Bleib aufrecht, halte jede Hebung klein und kontrolliert, und lass das Gesäß – nicht den Schwung – dich bewegen. Das Vorwärtsschieben betont die Hebung mit dem Gesäß; rückwärts kann gehen, sobald sich das Vorwärtsschieben koordiniert anfühlt.
Rechne damit, dass die Übung demütigend ist. Weil der Bewegungsspielraum winzig ist, stellt sich das Brennen rund um die Seiten und den hinteren Bereich der Hüften schnell ein. Beginne mit zwei bis drei Raumlängen oder einer Zeit von dreißig Sekunden und steigere dich, indem du die Distanz verlängerst, das Tempo verlangsamst oder bei jeder Hebung kurz innehältst. Eine Matte oder glatter Teppichboden macht die Bewegung auf den Sitzbeinen angenehmer.
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Anleitungen
- Setz dich auf eine Matte mit gestreckten Beinen vor dir, die Füße etwa hüftbreit auseinander und die Knöchel locker.
- Sitze aufrecht auf deinen Sitzbeinen, die Brust angehoben, und falte die Hände auf Brusthöhe mit gebeugten Ellbogen zusammen.
- Spanne die Bauchmuskeln leicht an, um den Rumpf aufrecht zu halten und ein Rundung des unteren Rückens zu verhindern.
- Hebe deine rechte Gesäßhälfte leicht vom Boden ab, indem du das rechte Gesäß anspannst, und setze sie einen kleinen Schritt nach vorne.
- Hebe sofort die linke Gesäßhälfte und schiebe sie nach vorne nach, sodass ein abwechselnder Schrittrhythmus entsteht.
- Halte die Beine locker und passiv – beuge nicht die Knie und drücke nicht mit den Fersen ab.
- Schiebe dich zehn bis zwanzig Schritte vorwärts oder über die Länge deiner Matte.
- Atme gleichmäßig weiter, beim Heben jeder Gesäßhälfte ausatmend und beim Absetzen einatmend.
- Zum Zurücksetzen am Ende gehe die Schieber in derselben abwechselnden Weise rückwärts oder stehe auf, indem du dich auf eine Seite drehst und dich mit den Händen hochdrückst.
Tipps & Tricks
- Wenn deine Hände zum Boden wandern, um dich nach vorne zu ziehen, drücke sie stattdessen fest vor der Brust zusammen – sobald du sie als Zughilfe nutzt, bekommt das Gesäß eine Freikarte.
- Der häufigste Fehler ist das Zurücklehnen des Rumpfs und das Vorwärtsschieben aus den Schultern; halte die Brust über dem Becken, damit die Hüfthebung die Arbeit macht.
- Halte jeden Schritt klein. Lange, übertriebene Vorwärtsbewegungen bedeuten meist, dass du den Rumpf schwingst statt die Hüfte mit dem Gesäß zu heben.
- Wenn dein unterer Rücken zu schmerzen beginnt, machst du beim Ermüden einen Rundrücken. Sitze aufrechter und mache kürzere Schritte, um die Wirbelsäule wieder zu neutralisieren.
- Auf glattem Boden rutschen die Gesäßhälften statt sich zu heben – wähle daher eine Matte oder Teppichboden für besseren Halt.
- Wenn eine Seite deutlich besser schiebt als die andere, füge ein bis zwei zusätzliche Sätze hinzu und beginne mit der schwächeren Seite, um das Muster auszugleichen.
- Geschwindigkeit ist hier nicht das Ziel. Langsame, bewusste Hebungen mit kurzem Anspannen oben bei jedem Schritt aktivieren die Gesäßmuskeln weit besser als überstürztes Durchqueren des Raums.
- Um die Übung ohne Equipment schwerer zu machen, halte jede Hüfthebung eine Sekunde oder verlangsame das Tempo auf halbe Geschwindigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert das Gesäß-Gehen?
Die Gesäßmuskeln leisten die Hauptarbeit, besonders der gluteus maximus und gluteus medius auf jeder gehobenen Seite. Die Hüftbeuger, die untere Bauchmuskulatur und die schrägen Bauchmuskeln stabilisieren Rumpf und Becken während der gesamten Übung.
Ist Gesäß-Gehen für Anfänger geeignet?
Ja, es erfordert kein Equipment und sehr wenig Koordination, sodass die meisten es in ein bis zwei Minuten lernen können. Anfänger sollten kleine Schritte und kurze Distanzen nutzen und sich steigern, wenn die Hüftmuskulatur ermüdet.
Warum drücken meine Hände beim Gesäß-Gehen ständig auf den Boden?
Meist bedeutet das, dass die Gesäßmuskeln ermüden oder der Rumpf zu weit zurücklehnt. Halte die Hände auf Brusthöhe gefaltet und konzentriere dich darauf, jede Gesäßhälfte gerade nach oben zu heben, statt dich nach vorne zu ziehen.
Sollen meine Beine beim Gesäß-Gehen komplett durchgestreckt bleiben?
Halte die Beine gestreckt und passiv mit weichen Knien und lass die Füße dort ruhen, wo sie natürlich landen. Angebeugte Knie oder Abdrücken mit den Fersen verlagern die Arbeit weg von den Gesäßmuskeln.
Kann ich Gesäß-Gehen vor Kniebeugen oder Ausfallschritten machen?
Ja, es eignet sich gut als ermüdungsarme Aktivierung der Gesäßmuskeln. Zwei bis drei kurze Strecken schieben reichen aus, um die Hüften vor schweren Übungen für den Unterkörper zu wecken.
Wie weit sollte ich bei einem Satz Gesäß-Gehen zurücklegen?
Ein praktischer Startpunkt sind zehn bis zwanzig abwechselnde Schritte oder etwa zwei bis drei Längen einer Trainingsmatte. Hör auf, wenn dein Rumpf einzusacken beginnt oder deine Hände zum Boden greifen.
Kann Gesäß-Gehen Glute Bridges oder Hip Thrusts ersetzen?
Nein, es ist eine Aktivierungs- und Koordinationsübung mit Körpergewicht, während Bridges und Hip Thrusts progressiven Widerstand bieten. Nutze Gesäß-Gehen, um Bewusstsein und Balance zwischen den Seiten aufzubauen – nicht als Hauptübung für Kraftaufbau.
Ist es normal, dass Gesäß-Gehen am Steißbein unangenehm ist?
Etwas Druck auf den Sitzbeinen ist normal, aber stechendes Unbehagen bedeutet, dass die Unterlage zu hart ist oder du dich zu weit zurücklehnst. Nutze eine gepolsterte Matte und sitze aufrecht auf beiden Sitzbeinen statt dahinter.
Woran erkenne ich, ob eine Gesäßseite schwächer ist, wenn ich Gesäß-Gehen mache?
Beobachte deine Spur: ein Abweichen oder Kreisen zu einer Seite oder eine flüssigere Hebung auf einer Hüfte deutet meist auf einen Unterschied zwischen den Seiten hin. Notiere, welche Seite sich schwächer anfühlt, und beginne jeden Satz mit dieser Seite.
