Kreiszug Im Untergriff
Der Kreiszug im Untergriff ist eine stehende Körpergewichtsübung, bei der du mit beiden gekreuzten Armen tief vor der Hüfte beginnst, die Handflächen nach oben gerichtet, und sie in einem fließenden, kreisförmigen Bogen nach außen und oben schwingst, bis beide Arme gestreckt auf Schulterhöhe vor der Brust stehen. Stell dir vor, du zeichnest mit den Händen einen weiten Kreis und hältst dabei die Untergriff-Stellung der Handflächen über den gesamten Weg bei. Du brauchst kein Equipment, kein Gewicht und kaum Platz – ideal, um die Übung ins Aufwärmen einzubauen oder als eigenständige Aktivierungsübung für die Schultern zu nutzen.
Der Bewegungsschwerpunkt liegt auf der Vorderseite der Schultern, während die Brust beim Öffnen und Auseinanderführen der Arme unterstützend mitarbeitet. Da die Hände von der gekreuzten Position unterhalb der Taille bis zur gestreckten Position auf Brusthöhe wandern, durchlaufen die Schultern in einem durchgehenden Bogen eine horizontale Adduktion, eine Flexion und einen Anteil Außenrotation. Auch die Muskeln zwischen den Schulterblättern werden aktiviert, um die Schulterblätter während des Schwungs zu kontrollieren – ein Grund, warum sich diese Übung vor Druck- oder Zugübungen so wertvoll anfühlt.
Diese Übung eignet sich gut für alle, deren Schultern zu Beginn einer Trainingseinheit steif oder träge wirken, für Menschen, die lange sitzen und die Armbewegung über Kopf und über den Körper wieder verbessern möchten, sowie für Sportler, die eine milde Möglichkeit suchen, den Schultergürtel vor Bankdrücken, Liegestützen oder Schulterdrücken einzustimmen. Sie ist auch sanft genug für Anfänger und ältere Trainierende, da keine äußere Belastung die Gelenke über einen angenehmen Bewegungsspielraum hinaus drückt.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als es scheint. Steh aufrecht, die Füße etwa hüftbreit auseinander, die Rippen über dem Becken ausgerichtet, und lass die Arme hängen, bevor du sie kreuzt. Wenn du nach hinten ausweichst, die Schultern hochziehst oder das untere Rückgrat krümmst, um den Kreis zu vollenden, übernehmen die Schultern nicht mehr die Arbeit und die Übung verliert ihren Sinn. Die durchgehend nach oben gedrehten Handflächen unterscheiden den Kreiszug im Untergriff von einem einfachen Armschwung – die Untergriff-Stellung fördert den Außenrotationsanteil und verändert, wie Brust und vordere Schultern mitwirken.
Zur Ausführung: Kreuz die Unterarme tief vor der Hüfte mit nach oben zeigenden Handflächen, führe dann mit den Händen, während sie sich öffnen, und zeichne einen weiten, runden Bogen nach außen, oben und wieder nach innen, bis beide Arme gestreckt auf Schulterhöhe sind. Kehre denselben Bogen umgekehrt zurück. Das Tempo sollte gleichmäßig und ohne Eile sein – etwa zwei bis drei Sekunden pro Richtung –, damit die Schultermuskulatur den Kreis kontrolliert und nicht der Schwung die Arme trägt.
Nutze den Kreiszug im Untergriff mit 10 bis 15 kontrollierten Wiederholungen als Aufwärmaktivierung oder führe langsamere Sätze als aktive Erholung zwischen schweren Übungen für den Oberkörper aus. Spürst du ein Zwicken an der Vorderseite der Schulter, verkleinere die Höhe des Bogens oder den Durchmesser des Kreises leicht, statt den Bewegungsumfang zu erzwingen. Das Ziel ist ein flüssiger, schmerzfreier Schwung, nicht maximale Reichweite.
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Anleitungen
- Steh aufrecht, die Füße hüftbreit auseinander, das Gewicht gleichmäßig über den gesamten Fuß verteilt, die Arme entspannt an den Seiten.
- Kreuz beide Unterarme tief vor der Taille, der rechte Unterarm über dem linken oder umgekehrt, und dreh die Handflächen nach oben, sodass sich die Handrücken fast berühren.
- Zieh die Schulterblätter sanft nach unten und spanne den Rumpf leicht an, damit der Oberkörper über der Hüfte bleibt – kein Zurücklehnen, kein Auseinanderdrücken der Rippen.
- Halte die Handflächen nach oben gerichtet, öffne die Hände und schwing sie entlang eines weiten kreisförmigen Pfads nach außen und oben, als würdest du den Rand eines großen Fasses vor dir nachzeichnen.
- Vollende den Kreis mit beiden Armen gestreckt vor der Brust auf Schulterhöhe, die Hände ungekreuzt und die Handflächen weiterhin nach oben.
- Mache oben im Kreis eine kurze Pause, dann kehre denselben Bogen exakt umgekehrt zurück – nach außen, unten und wieder nach innen –, bis die Unterarme erneut vor der Taille gekreuzt sind.
- Atme gleichmäßig: einatmen, wenn sich die Arme öffnen und heben, ausatmen, wenn sie nach unten schwingen und sich kreuzen.
- Halte die Schultern die gesamte Zeit von den Ohren fern; bemerkst du ein Hochziehen der Schultern, setz zurück und senk die Höhe des Bogens.
- Absolviere 10 bis 15 flüssige Wiederholungen in einer Kreuzrichtung, dann tausch die Position der Unterarme und wiederhole die Übung.
- Prüfe zwischen den Wiederholungen kurz deine Haltung – Kopf gerade, Brust entspannt, Handgelenke neutral –, bevor du den nächsten Kreis startest.
Tipps & Tricks
- Wenn die Hände oben zu weit nach vorne driften und die Schultern einrollen, stell dir vor, du schiebst die Fingerspitzen leicht nach außen, damit der Kreis breit bleibt und nicht nach innen zusammenfällt.
- Ein häufiger Fehler ist das Drehen der Handflächen nach unten auf halbem Weg des Bogens – halte die Untergriff-Stellung die ganze Zeit, denn ein Umkehren des Griffs macht daraus nur einen gewöhnlichen Armschwung.
- Hochgezogene Schultern beim Anheben der Arme bedeuten, dass der obere Trapezmuskel übernimmt; senk die Bogenhöhe um einige Zentimeter, bis du den Kreis mit entspanntem Nacken abschließen kannst.
- Wenn du das untere Rückgrat krümmst, um die Arme höher zu heben, liegt der Bewegungsumfang über deiner aktuellen Schulterbeweglichkeit – beende den Schwung auf Höhe der Brustmitte und steigere dich allmählich.
- Beweg dich langsam genug, dass du die Arme an jedem Punkt des Kreises stoppen könntest; wenn der Schwung sie mitreißt, verlangsame das Tempo oder reduziere die Intention.
- Wechsle bei jedem Satz den oberen Unterarm. Immer denselben Arm oben zu kreuzen kann ein asymmetrisches Muster an der Vorderseite von Schultern und Brust festigen.
- Halte die Ellbogen locker statt durchgedrückt, besonders wenn die Arme auf Brusthöhe gestreckt sind – hart durchgedrückte Ellbogen lassen den Schwung am Endpunkt ruckartig wirken.
- Spürst du ein Zwicken an der Vorderseite der Schulter, verkleinere den Kreis und senk den obersten Punkt des Bogens; ein angenehmer, etwas kleinerer Kreis ist besser als ein schmerzhafter voller.
- Nutze diese Übung vor Druck- oder Zugübungen statt nach einem schweren Training, wenn die Schultermuskulatur bereits ermüdet ist und die Qualität des Bogens nachlässt.
- Beobachte dich einmal seitlich im Spiegel, um zu prüfen, dass dein Oberkörper aufrecht bleibt – eine leichte Rückwärtsneigung schleicht sich oft ein, wenn sich die Arme nach außen öffnen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert der Kreiszug im Untergriff?
Die vorderen Schultern leisten den Großteil der Arbeit, wenn die Arme anheben und sich öffnen, während die Brust beim äußeren Schwung unterstützt. Die Muskeln rund um die Schulterblätter helfen, den Weg über den gesamten Kreis zu kontrollieren.
Warum bleiben die Handflächen beim Kreiszug im Untergriff nach oben gerichtet?
Die Untergriff-Position der Handflächen ergänzt den Bogen um einen Außenrotationsanteil, was verändert, wie Schultern und Brust im Vergleich zu einem neutralen Schwung oder mit Handflächen nach unten mitwirken. Die nach oben gerichteten Handflächen verleihen der Übung ihr charakteristisches Gefühl.
Ist der Kreiszug im Untergriff für Anfänger geeignet?
Ja. Es wird kein äußeres Gewicht verwendet und der Bewegungsumfang wird selbst gewählt, sodass Anfänger mit einem kleineren Kreis von Taille bis Brusthöhe starten und ihn nach und nach vergrößern können.
Wie viele Wiederholungen vom Kreiszug im Untergriff sollte ich machen?
Zehn bis fünfzehn flüssige Wiederholungen pro Seite funktionieren gut als Aufwärmaktivierung. Für aktive Erholung verlangsame das Tempo und absolviere zwei bis drei Sätze mit entspannter Atmung.
Meine Schultern ziehen hoch, wenn die Arme ansteigen – wie behebe ich das?
Senk den obersten Punkt des Bogens, sodass deine Hände auf Höhe der Brustmitte enden statt auf voller Schulterhöhe, und achte bewusst darauf, den Abstand zwischen Ohren und Schultern zu halten. Mit besserer Kontrolle hebst du den Endpunkt schrittweise an.
Kann ich den Kreiszug im Untergriff vor Bankdrücken oder Liegestützen machen?
Absolut. Es ist eine gute, kraftsparende Möglichkeit, Schultern und Brust vor der Druckarbeit durch horizontale Adduktion und Flexion zu führen, und kostet im Vergleich zu schweren Aufwärmsätzen kaum Energie.
Was ist der häufigste Fehler bei dieser Übung?
Den Kreis zu überstürzen und den Schwung die Arme hochschleudern zu lassen, oft in Kombination mit Zurücklehnen. Verlangsame den Schwung auf zwei bis drei Sekunden pro Richtung und halte den Oberkörper über der Hüfte.
Was kann ich als Ersatz nehmen, wenn die gekreuzte Armposition unangenehm ist?
Beginne damit, dass sich die Hände einfach vor der Hüfte berühren, ohne vollständig gekreuzt zu sein, oder zeichne einen kleineren Kreis ohne die Kreuzung. Entscheidend ist der Untergriff-Bogen von außen nach oben, nicht die Tiefe der Kreuzung.
Soll ich den Kreiszug im Untergriff in der Brust spüren?
Etwas Brustbeteiligung ist normal, wenn sich die Arme öffnen und nach außen schwingen, aber das dominierende Empfinden sollte an der Vorderseite der Schultern liegen. Wenn die Brust überwiegt, schwingen deine Arme vermutlich zu weit nach außen oder zu tief.
Ist es sicher, diese Übung bei einem leichten Schulterproblem zu machen?
Die Bewegung ist sanft und wird ohne äußere Belastung ausgeführt, aber jedes Unwohlsein an der Vorderseite der Schulter bedeutet, dass du den Kreis verkleinern, den Bogen senken oder abbrechen und das Gelenk untersuchen lassen solltest, bevor du fortfährst.
