Abwechselndes Sohlengleiten Im Liegen
Das Abwechselnde Sohlengleiten im Liegen ist eine bodyweight-Bodenübung, bei der du auf dem Rücken liegst, die Knie gebeugt und die Füße flach aufgestellt sind. Dann streckst du abwechselnd jeweils ein Bein, indem du die Sohle entlang des Bodens von dir wegrutschst oder wegschiebst, bis das Bein gestreckt ist, bevor du es zurückziehst und die Seite wechselst. Da immer ein Bein belastet bleibt, während das andere sich bewegt, ist die Übung zugleich eine Kraftübung für die Beine und eine sanfte Anti-Extensions-Übung für die Körpermitte.
Das Hauptziel sind die quadriceps, mit besonderem Fokus auf den rectus femoris, dem Quadrizeps-Kopf, der sowohl das Hüft- als auch das Kniegelenk überspannt. Genau diese doppelte Rolle macht die Bewegung interessant: Wenn dein Bein nach vorne gleitet, arbeiten rectus femoris und Hüftbeuger zusammen, um den Hüftwinkel zu kontrollieren, während die Quadrizeps das Knie strecken. Deine Bauchmuskeln stehen die ganze Zeit unter Spannung und verhindern, dass dein unterer Rücken einhohlt, während sich ein Bein von dir entfernt.
Das ist eine Übung mit geringer Last und hohem Kontrollanspruch, was sie gut geeignet macht für Menschen, die nach einer Pause ihr Vertrauen in Knie oder Hüfte wieder aufbauen, für Anfänger, denen gerade Beine heben zu anspruchsvoll für den unteren Rücken ist, und für Sportler, die vor Kniebeugen oder Hip-Hinge-Einheiten einen sanften Aktivierungsdrill suchen. Da die Fußsohle stets Bodenkontakt hält oder ihn nur knapp streift, wird das Kniegelenk über den gesamten Bewegungsumfang schonend belastet.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als sie aussieht. Lege dich auf den Rücken, beuge die Knie und stelle die Fußsohlen flach auf den Boden, nah genug an der Hüfte, sodass deine Knie nach oben zeigen und nicht nach außen abdriften. Lege die Arme neben den Körper, Handflächen nach unten, und drücke den unteren Rücken sanft Richtung Boden, bevor du startest. Diese Beckenposition ist dein Anker: Kippt das Becken und hohlt sich der Rücken, verschwindet die Kernarbeit und die Hüftbeuger ziehen dich in eine ungünstige Position.
Zur Ausführung atmest du aus und lässt einen Fuß entlang des Bodens von dir weggleiten oder -schieben, wobei Ferse und Sohle die ganze Zeit unten bleiben. Strecke, bis sich das Bein lang und fast gestreckt anfühlt, mache eine kurze Pause, ziehe dann die Ferse zurück zur Startposition und wiederhole die Bewegung auf der anderen Seite. Das Zurückziehen ist genauso wichtig wie das Wegschieben – also lasse das Bein nicht einfach zurückschnappen.
Ziele auf langsame, gleichmäßige Wiederholungen ab, etwa acht bis fünfzehn pro Seite, und beende den Satz, sobald dein Becken zu wackeln beginnt oder sich dein Rücken vom Boden abhebt. Wenn dein unterer Rücken bei voller Streckung Probleme macht, verkürze den Bewegungsumfang, sodass das Knie am Endpunkt leicht gebeugt bleibt. Mit zunehmender Kontrolle kannst du die Sohle beim Wegschieben etwas kräftiger in den Boden drücken oder die Ferse ein paar Zentimeter vom Boden abheben, um die Schwierigkeit zu steigern.
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Anleitungen
- Lege dich auf dem Rücken auf eine Trainingsmatte oder den Boden, beide Knie gebeugt, die Fußsohlen flach aufgestellt, etwa hüftbreit auseinander und nah genug an der Hüfte, dass deine Schienbeine fast senkrecht stehen.
- Lege die Arme neben den Körper, die Handflächen zeigen nach unten, und kippe das Becken leicht, sodass dein unterer Rücken sanft Richtung Boden gedrückt wird.
- Spanne die Bauchmuskeln an, als würdest du einen leichten Stoß in den Bauch erwarten, und halte diese Spannung über den ganzen Satz durch.
- Atme aus und lasse die Sohle deines rechten Fußes entlang des Bodens von dir weggleiten oder -schieben, wobei sich das Knie streckt, während die Ferse unten bleibt.
- Fahre fort, bis das rechte Bein vollständig gestreckt ist und sich lang anfühlt, wobei die Fußsohle den Boden streift oder knapp darüber schwebt.
- Mache ein bis zwei Sekunden Pause in der gestreckten Position und spüre, wie die Vorderseite von Oberschenkel und Hüfte arbeitet, ohne dass sich der Rücken hohlt.
- Ziehe die Ferse entlang des Bodens zurück, beuge das Knie und führe die Sohle an ihren Ausgangspunkt neben dem anderen Fuß zurück.
- Wiederhole das Wegschieben mit dem linken Bein und wechsele dann weiter die Seiten mit gleichmäßiger Wiederholungszahl.
- Atme gleichmäßig durch: ausatmen, wenn das Bein sich streckt, einatmen, wenn es zurückkehrt – halte niemals die Luft an.
- Beende den Satz, indem du beide Füße zurück zur Mitte ziehst, die Spannung löst und dein Becken neu ausrichtest, bevor du zum nächsten Satz ansetzt.
Tipps & Tricks
- Wenn sich dein unterer Rücken am Ende des Wegschiebens hohlt, stoppe das Bein etwa auf drei Viertel der Streckung. Volle Streckung ist ein Bonus, keine Pflicht – ein leicht gebeugtes Knie hält das Becken ehrlich.
- Drücke beide Hände aktiv in den Boden. Sie geben dir Feedback: Wenn deine Fingerknöchel weiß werden und sich die Rippen heben, ersetzt du Rumpfkontrolle durch Oberkörperspannung.
- Achte darauf, dass die arbeitende Hüfte beim Wegschieben des Beins nicht nach oben wandert. Das bedeutet, dass sich das Becken dreht, statt gerade zu bleiben. Stell dir ein Wasserglas auf deinen Hüftknochen vor und halte es waagerecht.
- Der häufigste Fehler ist, die Ferse schnell zurückzureißen. Verlangsame das Zurückziehen auf ein zwei- bis dreisekündiges Gleiten, damit die Quadrizeps und Hüftbeuger exzentrisch arbeiten – nicht nur beim Wegschieben.
- Wenn der Boden griffig ist und dein Fuß hängen bleibt, trage glatte Socken oder lege ein kleines Handtuch unter die Ferse, damit die Sohle frei gleiten kann.
- Lass das Knie des weggleitenden Beins beim Strecken nicht nach außen abdriften. Führe die Kniescheibe Richtung Decke, damit der Quadrizeps die Arbeit macht und nicht die Hüfte.
- Halte den ruhenden Fuß flach und ruhig auf dem Boden. Wenn du dich damit abdrückst, um die Bewegung zu unterstützen, klaust du dem Bein Arbeit, das tatsächlich weggleitet.
- Wenn Nacken oder Schultern sich verspannen, lege den Kopf auf ein dünnes Kissen. Spannung dort signalisiert meist, dass du den ganzen Körper anspannst statt nur den Rumpf.
- Steigere, indem du beim Wegschieben die Ferse ein bis zwei Zentimeter vom Boden abhebst – nicht durch mehr schlampige Wiederholungen. Die Höhe erhöht den Hebel auf die Hüftbeuger sehr schnell.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert das Abwechselnde Sohlengleiten im Liegen?
Die Quadrizeps sind die Hauptmover, vor allem der rectus femoris, der sowohl Hüfte als auch Knie überspannt. Die Hüftbeuger unterstützen beim Wegschieben, und die Bauchmuskeln, insbesondere die unteren Bauchmuskeln, arbeiten isometrisch, um Becken und unteren Rücken stabil zu halten.
Ist das Abwechselnde Sohlengleiten im Liegen für Anfänger geeignet?
Ja, es ist einer der anfängerfreundlichsten Bein- und Core-Drills, weil der Fuß auf oder nahe dem Boden bleibt und die Last nur das eigene Bein ist. Anfänger sollten zunächst begrenzen, wie weit das Bein gestreckt wird, bis sie verhindern können, dass sich der untere Rücken hohlt.
Warum spüre ich das in den unteren Bauchmuskeln statt in den Oberschenkeln?
Das Gefühl in der Körpermitte ist normal und erwartet, da die Bauchmuskeln kräftig spannen, um das Kippen des Beckens zu verhindern, während das Bein sich streckt. Du solltest die Vorderseite von Oberschenkel und Hüfte auf der weggleitenden Seite trotzdem spüren, aber das Brennen im Rumpf zeigt, dass der Core-Anteil arbeitet.
Worin unterscheidet sich das Abwechselnde Sohlengleiten im Liegen vom geraden Beinheben?
Beim geraden Beinheben hebt das Bein vom Boden ab, was deutlich mehr Hebel auf den unteren Rücken und die Hüftbeuger bringt. Hier gleitet die Sohle entlang oder knapp über dem Boden, sodass Knie und Hüfte schonender belastet werden und sich der Bewegungsumfang leichter kontrollieren lässt.
Mein Rücken hohlt sich, wenn das Bein wegschiebt. Wie behebe ich das?
Verkürze zuerst den Bewegungsumfang: Schiebe das Bein nur so weit weg, bis sich der Rücken zu heben beginnt, und komme dann zurück. Drücke vor jeder Wiederholung den unteren Rücken wieder Richtung Boden und halte die Handflächen flach als Feedback – verlängere das Wegschieben erst, wenn das Hohlen unter Kontrolle bleibt.
Kann ich diese Übung ohne Matte machen?
Ja, jede feste Unterlage funktioniert, wobei eine Matte für Wirbelsäule und Steißbein angenehmer ist. Auf rutschigem Untergrund wie Parkett helfen glatte Socken beim Gleiten der Sohle, auf Teppich verhindert ein Handtuch unter der Ferse, dass der Fuß hängen bleibt.
Wie viele Wiederholungen und Sätze sollte ich machen?
Beginne mit zwei bis drei Sätzen von acht bis zehn Wiederholungen pro Seite in langsamem Tempo. Wenn deine Kontrolle besser wird, steigere auf zwölf bis fünfzehn pro Seite oder auf das Abheben der Ferse, statt viel Volumen mit schlechter Ausführung zu sammeln.
Kann das Abwechselnde Sohlengleiten im Liegen in der Kniereha oder nach einer Pause eingesetzt werden?
Es wird oft als sanfte Wiedereinführung in die Kniestreckung genutzt, weil der Fuß unten bleibt und die Last minimal ist, aber jeder Plan nach einer Verletzung sollte zuerst von deinem Physiotherapeuten oder Arzt freigegeben werden. Wenn es als Teil der Reha verordnet wurde, verkürze den Bewegungsumfang und bleibe schmerzfrei.
Womit kann ich die Übung ersetzen, wenn das Liegen auf dem Boden unangenehm ist?
Die nächste Alternative sind Fersenrutschen im Liegen mit einem Handtuch unter dem Fuß, oder stehendes Marschieren mit Band, wenn das Heruntergehen auf den Boden das Problem ist. Beide trainieren dieselbe Knie- und Hüftkontrolle mit Quadrizeps und Hüftbeugern.
Sollten beide Füße die ganze Zeit auf dem Boden bleiben?
Der ruhende Fuß sollte flach und aufgestellt bleiben, damit das Becken unterstützt ist, während nur die arbeitende Sohle gleitet oder schwebt. Wenn der aufgestellte Fuß abhebt oder sich die Hüften verschieben, verlangsame und verringere den Bewegungsumfang, bis beide Beckenseiten waagerecht bleiben.
