Beckenbodenentspannung Und Tiefe Atmung In Rückenlage
Die Beckenbodenentspannung und tiefe Atmung in Rückenlage ist eine langsame, regenerative Bodenübung, die tiefe Atmung in Rückenlage mit einer sanften Knie-zur-Brust-Position verbindet. Du beginnst flach auf dem Rücken mit gestreckten Beinen und entspannten Armen an den Seiten, atmest tief in Bauch und Rippenkorb hinein, ziehst dann beide Knie zur Brust und lässt den unteren Rücken in den Boden absinken, während du langsam weiteratmest. Das Ziel ist nicht, irgendetwas anzuspannen oder anzustemmen – es geht darum, den Beckenboden, die tiefe Bauchwand und die Muskeln um Hüfte und unteren Rücken bewusst loszulassen.
Diese Bewegung ist besonders hilfreich für Menschen, die eine ständige Anspannung in Rumpf und Beckenbereich tragen: alle, die viele Stunden sitzen, Sportler, die gewohnheitsmäßig stark anstemmen, Läufer mit verkürzten Hüftbeugern und Menschen, die sich von allgemeiner Verspannung im unteren Rücken erholen. Sie wird auch häufig als Entspannungsritual vor dem Schlaf oder als ruhiger Einstieg in eine Rumpf- oder Mobility-Einheit verwendet. Da sie im Liegen ausgeführt wird, übernimmt die Schwerkraft die Arbeit der Position und das Nervensystem bekommt ein klares Signal, dass es sicher ist, loszulassen.
Die Atmung ist hier der eigentliche Trainingsreiz. Beim Einatmen senkt sich das Zwerchfell, und Bauch sowie Beckenboden weiten sich sanft; beim langsamen Ausatmen durch Mund oder Nase sinkt alles wieder zurück. Dieses rhythmische Auf und Ab, über mehrere Minuten wiederholt, bringt das Zwerchfell mit den tiefen Rumpfmuskeln in Einklang, statt sie gegeneinander arbeiten zu lassen. Das Ziehen der Knie zur Brust verleiht dem unteren Rücken und der Gesäßmuskulatur einen sanften Dehnreiz und erleichtert es, den Beckenboden bei jedem Ausatmen weicher werden zu spüren.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als es aussieht. Liege auf einer Matte mit genug Platz, um die Beine vollständig zu strecken, halte den Kopf neutral statt angehoben und lasse die Arme locker an den Seiten ruhen, mit Handflächen nach unten oder oben – ganz so, wie es sich am wenigsten anstrengend anfühlt. Wenn du die Knie anziehst, kannst du hinter die Oberschenkel, an die Schienbeine oder an die Knie fassen, aber die Schultern sollten entspannt bleiben und der Nacken darf niemals nach vorn gedrückt werden. Der untere Rücken darf sich in der angezogenen Position leicht in Richtung Boden abflachen; diese sanfte Beugung ist Teil der Dehnung.
Bewege dich langsam und ohne Kraftaufwand. Atme durch die Nase über etwa vier Zählzeiten ein und lass den Bauch sich heben, dann atme über sechs bis acht Zählzeiten aus und spüre, wie Bauch und Beckenboden sich mit jedem Atemzug ein wenig mehr entspannen. Bleibe zwischen einer und drei Minuten in der Position mit angezogenen Knien oder wechsle alle fünf bis sechs Atemzüge zwischen gestreckten Beinen und angezogenen Knien. Es sollte keine Schmerzen geben, kein Atemanhalten und kein Festkrallen in Schultern oder Kiefer – sobald du spürst, dass sich Anspannung einschleicht, nimm die Position etwas zurück und setze neu an.
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Anleitungen
- Lege dich auf den Rücken auf eine Trainingsmatte, strecke beide Beine aus, lasse die Arme an den Seiten ruhen und halte den Kopf in neutraler Position mit Blick zur Decke.
- Lass die Füße leicht nach außen fallen und entspanne bewusst Schultern, Kiefer und Hände, bevor du beginnst.
- Atme langsam durch die Nase über etwa vier Zählzeiten ein und lass dabei Bauch und untere Rippen sich weiten, statt die Brust anzuheben.
- Atme sanft über sechs bis acht Zählzeiten aus und spüre, wie sich der Bauch weicht und der Beckenboden nach unten und wieder nach oben entspannt, ohne zusammenzukneifen.
- Atme zwei- oder dreimal vollständig mit gestreckten Beinen, dann beuge beide Knie und ziehe sie zur Brust.
- Fasse mit leichtem Kontakt hinter die Oberschenkel, an die Schienbeine oder an die Knie – zieh nur so weit, dass du eine Dehnung im unteren Rücken spürst, niemals bis in den Schmerz.
- Lass den unteren Rücken Richtung Matte absinken und halte Schultern und Nacken entspannt; vermeide es, den Kopf anzuheben oder dich vorzuwärmen.
- Setze das gleiche langsame Ein- und Ausatmungsmuster in der angezogenen Position über sechs bis zehn Atemzüge fort und lasse bei jedem Ausatmen ein wenig mehr los.
- Zum Zurücksetzen löst du die Beine langsam, streckst sie wieder auf der Matte aus und nimmst zwei bis drei ruhige Atemzüge, bevor du beendest oder wiederholst.
Tipps & Tricks
- Wenn Hüfte oder unterer Rücken bei der tiefen Anzugposition widersprechen, lege ein gefaltetes Handtuch unter den Kopf oder fasse hinter die Oberschenkel statt an die Schienbeine, damit du nicht mit den Armen gegen die Schwerkraft arbeitest.
- Der häufigste Fehler ist, dies wie einen Bauch-Crunch zu behandeln – halte den Kopf unten und den Nacken lang; die Arbeit liegt im Atem, nicht in der Bauchmuskulatur.
- Viele Menschen ziehen den Beckenboden unbewusst beim Einatmen zusammen. Drehe das Muster um: spüre, wie sich alles beim Einatmen weitet und weicht, und sich beim Ausatmen senkt.
- Wenn du beim Anziehen der Knie bemerkst, dass du den Atem an hältst, verkürze die Anzugposition leicht und etabliere zuerst wieder die Einatmung über vier Zählzeiten, bevor du näher ziehst.
- Bauchatmung kann sich anfangs seltsam anfühlen, wenn du ans Anstemmen gewöhnt bist. Lege eine Hand auf den Bauch, damit du taktil spürst, dass er sich tatsächlich hebt und senkt.
- Halte das Ausatmen länger als das Einatmen – der verlängerte Ausatmer ist das Signal für Beckenboden und tiefe Rumpfmuskulatur, loszulassen statt festzuhalten.
- Kippe das Becken nicht mit Kraft; lass die Knie-zur-Brust-Position die sanfte Veränderung der Lendenwirbelsäulenkrümmung von selbst entstehen.
- Praktiziere am Ende eines Workouts, vor dem Schlafen oder nach langem Sitzen statt als aufwendiges Warm-up – das ist eine Herunterfahr-Übung.
- Brich ab und weite die Position, wenn du ein Kneifen in den Hüften oder Taubheit oder Kribbeln in den Beinen spürst.
Häufig gestellte Fragen
Was trainiert die Beckenbodenentspannung und tiefe Atmung in Rückenlage eigentlich?
Sie trainiert die Koordination zwischen Zwerchfell, tiefen Rumpfmuskeln wie dem transversus abdominis und dem Beckenboden und dehnt dabei sanft den unteren Rücken sowie die Gesäßmuskulatur. Es ist eine Entspannungs- und Kontrollübung, kein Krafttraining.
Warum ziehe ich bei dieser Übung die Knie zur Brust, statt die ganze Zeit flach zu liegen?
Die Knie-zur-Brust-Position beugt die Lendenwirbelsäule sanft und dehnt das Gesäß, wodurch du das Loslassen von Becken und Beckenboden leichter spürst. Der Wechsel zwischen gestreckten Beinen und angezogenen Knien zeigt dir außerdem, wie sich deine Atmung in jeder Position verändert.
Ist die Beckenbodenentspannung und tiefe Atmung in Rückenlage für komplette Anfänger geeignet?
Ja, sie ist eine der zugänglichsten Bodenübungen, weil es keine Last, keine Gleichgewichtsanforderung und keine forcierte Bewegung gibt. Anfänger halten den Atem einfach bequem und die Anzugposition flach genug, dass nichts spannt.
Sollte ich bei dieser Übung meine Bauchmuskeln arbeiten spüren?
Nein – wenn du ein Festkrallen der Bauchmuskeln oder ein Crunch-Gefühl spürst, stemmst du statt zu entspannen. Der Bauch soll sich beim Einatmen heben und beim Ausatmen weichen, ganz ohne bewusste Anspannung.
Wie lange sollte ich die Knie-zur-Brust-Position halten?
Sechs bis zehn langsame Atemzüge, etwa ein bis zwei Minuten, sind ein guter Ausgangspunkt. Du kannst länger bleiben, wenn es sich angenehm anfühlt, aber löse die Beine, sobald du Taubheit in Hüften oder Beinen bemerkst.
Welches Equipment brauche ich für die Beckenbodenentspannung und tiefe Atmung in Rückenlage?
Eine Trainingsmatte oder eine gepolsterte Bodenfläche ist alles, was du brauchst. Ein gefaltetes Handtuch unter dem Kopf oder hinter den Oberschenkeln kann die Position angenehmer machen.
Kann ich diese Übung machen, wenn mir flaches Liegen mit gestreckten Beinen den unteren Rücken belastet?
Ja, beuge für den flachen Atemteil die Knie leicht und stelle die Füße auf den Boden oder schiebe ein Kissen unter die Knie. Entscheidend ist Atmung ohne Beschwerden im unteren Rücken, nicht perfekt gerade Beine.
Was ist der häufigste Fehler bei dieser Bewegung?
Sie wie einen Crunch zu behandeln – den Kopf anzuheben, kräftig an den Schienbeinen zu ziehen und Bauch oder Beckenboden zusammenzukneifen. Halte den Kopf unten, den Griff locker und lass den langen Ausatmer das Lösen übernehmen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, die Beckenbodenentspannung und tiefe Atmung in Rückenlage zu praktizieren?
Sie eignet sich gut nach Kraft- oder Cardio-Einheiten zum Herunterfahren, nach langem Sitzen oder vor dem Schlafengehen. Weil sie Entspannung fördert, ist sie besser als Abschlussübung oder eigenständige Praxis geeignet denn als aktives Warm-up.
Ist es unbedenklich, die Übung jeden Tag zu machen?
Für die meisten Menschen ja – es ist eine schonende Atem- und Dehnübung ohne externe Last. Wenn du spezielle Anliegen im Bereich der Beckengesundheit hast oder Schmerzen, die nicht abklingen, sprich vorher mit einer qualifizierten Fachkraft.
