Sukhasana (Hände Vor Dem Gesicht)
Sukhasana (Hände vor dem Gesicht) ist eine sitzende Yoga- und Regenerationsposition, bei der du im Schneidersitz auf dem Boden sitzt, mit aufrechter, neutraler Wirbelsäule, und beide Handflächen sanft auf die Augen und den oberen Gesichtsbereich legst. Es ist eine der einfachsten Positionen, die du halten kannst, und erfüllt dennoch einen ganz bestimmten Zweck: Sie blendet visuelle Eindrücke aus, während sich der Körper in eine aufrechte, symmetrische Sitzhaltung eingewöhnt. Diese Kombination macht sie zum idealen Abschluss einer Yoga-Einheit, zu einem Atemtraining zwischen Sätzen von Mobility-Übungen oder zu einem kurzen Reset an einem stressigen Tag.
Dies ist im klassischen Sinn weder eine Kraft- noch eine Dehnübung, daher solltest du kein starkes Muskelbrennen erwarten. Trainiert wird die Haltungsausdauer in der Rückenstrecker- und tiefen Nackenmuskulatur, eine sanfte Außenrotation in den Hüften durch die Kreuzsitzposition und vor allem die Kontrolle über deinen Atem. Da die Handflächen die Augen bedecken, verschwindet die visuelle Ablenkung nahezu sofort – genau deshalb wird diese Variation häufig für Atemwahrnehmung, Meditation und zum Herunterfahren vor dem Schlafen genutzt.
Die Einrichtung ist wichtiger, als sie aussieht. Wenn du ohne Unterstützung auf dem Boden sitzt und deine Hüften verspannt sind, rundet sich dein unterer Rücken und dein Kopf wandert nach vorn, was den Nacken belastet und das Atmen beengt anfühlen lässt. Die mit Abstand hilfreichste Anpassung: Erhöhe dein Sitzkissen bzw. deine Sitzfläche mit einer gefalteten Matte, einem Kissen oder einem festen Kissen, sodass deine Knie tiefer als die Hüften fallen. Danach richtet sich die Haltung fast von selbst auf: Die Wirbelsäule stapelt sich, die Schultern entspannen sich und die Hände können ohne Spannung in den Armen auf dem Gesicht ruhen.
Für eine saubere Ausführung kommst du in einen bequemen Schneidersitz, verankerst dich über den Sitzbeinhöckern und streckst den Scheitel Richtung Decke. Wölbe die Handflächen leicht und führe beide Hände zum Gesicht, lege sie sanft auf die Augen, während die Finger bis zur Stirn reichen, und lass die Ellbogen entspannt und leicht nach vorn hängen, statt sie hoch ausgestellt zu halten. Atme langsam durch die Nase, spüre den Atem hinter den Handflächen und halte Kiefer und Schultern weich.
Diese Position findest du in Cool-downs, Meditationspraxis, Restorative-Yoga-Sequenzen und Augentrainings- oder Entspannungsroutinen, bei denen die Handflächen über den Augen gehalten werden, um Lichteinfall zu reduzieren. Sie ist ebenso praktisch für Büromenschen, die einen zweiminütigen Reset des Nervensystems brauchen, ohne den Boden zu verlassen. Erzwinge nicht, die Beine in einen tiefen Lotussitz zu bringen; ein lockerer, natürlicher Kreuz der Schienbeine genügt für diese Haltung völlig.
Es gibt keine großen Sicherheitsbedenken, aber zwei Punkte sind erwähnenswert. Erstens: Übe niemals Druck auf die Augäpfel aus – die Hände sollten mit kaum Gewicht ruhen, und du musst frei hinter ihnen atmen können. Zweitens: Wenn deine Knie deutlich über den Hüften stehen oder du ein Zwicken in Hüfte oder Knie spürst, sitze höher auf einer Erhöhung oder streck die Beine leicht nach vorn aus, bis die Position bequem wird.
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Anleitungen
- Setz dich auf eine Gymnastikmatte mit locker überkreuzten Beinen vor dir, wobei jeder Fuß unter dem gegenüberliegenden Knie ruht, und lass die Sitzbeinhöcker gleichmäßig in den Boden drücken.
- Wenn deine Knie deutlich über den Hüften schweben, lege eine gefaltete Matte oder ein festes Kissen unter dein Gesäß, damit die Knie tiefer als die Hüftbeugen absinken können.
- Richte die Wirbelsäule aufrecht über dem Becken auf, zieh die Schultern nach hinten und unten, und lass die Hände kurz auf den Knien ruhen, um dein Gleichgewicht zu finden.
- Wölbe die Handflächen leicht und führe beide Hände zum Gesicht, lege sie sanft über die Augen, während die Finger bis zur Stirn reichen.
- Lass die Ellbogen entspannt seitlich und leicht nach vorn hängen — hebe nicht die Schultern und halte die Arme nicht starr, um die Handflächen in Position zu halten.
- Halte die Berührung federleicht: Die Handflächen sollen auf dem Gesicht ruhen, nicht in die Augen drücken.
- Schließ die Augen hinter den Handflächen und beginne eine langsame Nasenatmung, wobei jeder Ausatmung Kiefer und Schultern noch ein wenig weicher werden lässt.
- Halte die Position ein bis fünf Minuten und achte auf eine aufrechte Wirbelsäule; wenn du einsackst, richte dich neu auf, ohne die Hände zu bewegen.
- Zum Abschluss senke die Hände langsam zu den Knien, öffne die Augen allmählich, entflechte die Beine und schüttle oder streck jedes Bein sanft, bevor du aufstehst.
Tipps & Tricks
- Der häufigste Fehler in der Sukhasana (Hände vor dem Gesicht) ist das Drücken der Handflächen in die Augäpfel. Lass die Handballen auf den Wangenknochen und Augenhöhlen mit fast keinem Druck ruhen, damit die Augen bedeckt, nicht zusammengepresst sind.
- Wenn die Ellbogen neben den Ohren hochklettern, arbeiten die Schultern. Senk die Ellbogen Richtung Boden und lass die Hände einfach auf dem Gesicht ruhen.
- Ein Zusammensacken nach der ersten Minute ist normal — sitze auf einem Kissen höher, statt eine aufrechte Wirbelsäule aus einer zu tiefen Sitzposition zu erzwingen.
- Wechsle von Einheit zu Einheit, welches Schienbein vorn liegt, damit nicht immer dieselbe Hüfte die engere Position einnimmt.
- Lass die Zähne auseinander und die Zunge vom Gaumen weg ruhen; verbissene Kieferanspannung ist der stille Schwachpunkt dieser Haltung.
- Passe die Position der Handflächen an dein Ziel an: über den Augen für Dunkelheit und Atemfokus, oder leicht auf den Wangen, wenn das Bedecken der Augen beklemmend wirkt.
- Atme nur durch die Nase. Fühlt sich der Atem eingeengt an, ist dein Sitz zu niedrig oder dein Kinn schiebt nach vorn — zieh das Kinn leicht ein und streck dich über den Scheitel nach oben.
- Stelle einen sanften Timer, statt die Dauer zu schätzen, damit du nicht zwischen den Fingern hindurch auf die Uhr schielst.
Häufig gestellte Fragen
Was trainiert die Sukhasana (Hände vor dem Gesicht) eigentlich?
Im Wesentlichen trainiert sie Atemwahrnehmung, Haltungsausdauer in Wirbelsäule und Nacken sowie eine bequeme Hüftposition im Schneidersitz. Die Hände vor den Augen ergänzen einen sinnlichen Abschirmeffekt, der dem Körper hilft, zur Ruhe zu kommen.
Warum werden bei dieser Variation die Handflächen über die Augen gelegt?
Bedeckte Augen nehmen visuelle Ablenkung weg und reduzieren den Lichteinfall, wodurch es leichter wird, sich auf die Atmung zu konzentrieren und zu entspannen. Die Berührung muss leicht bleiben — die Hände ruhen auf dem Gesicht, statt in die Augen zu drücken.
Ist die Sukhasana (Hände vor dem Gesicht) für Anfänger geeignet?
Ja, sie ist eine der anfängerfreundlichsten Sitzpositionen. Das einzige häufige Hindernis sind verkürzte Hüften, was sich durch Sitzen auf einem Kissen lösen lässt, damit die Knie unterhalb der Hüften absinken.
Wie lange sollte ich die Sukhasana (Hände vor dem Gesicht) halten?
Ein bis fünf Minuten sind typisch, und längeres Halten ist in Ordnung, solange die Wirbelsäule aufrecht bleibt und der Gesichtskontakt leicht bleibt. Wenn deine Beine einschlafen, entflechte sie und richte die Position neu ein, statt das Taubheitsgefühl zu ertragen.
Mein unterer Rücken rundet sich im Schneidersitz — wie behebe ich das?
Erhöhe deine Sitzposition mit einer gefalteten Matte, einem Kissen oder einem festen Kissen, sodass die Hüften höher als die Knie sind. Dadurch kippt das Becken aufrecht und die Wirbelsäule kann sich ohne Belastung aufrichten.
Kann ich einen Stuhl verwenden, statt auf dem Boden zu sitzen?
Ja. Setz dich auf den vorderen Rand eines stabilen Stuhls mit flachen Füßen und aufrechter Wirbelsäule, und lege die Handflächen auf dieselbe Weise über die Augen. Handposition und Atempraxis funktionieren direkt genauso.
Was ist der häufigste Fehler bei dieser Übung?
Starkes Drücken auf die Augen oder das Hochziehen der Ellbogen neben die Ohren. Beides erzeugt Spannung genau dort, wo die Haltung entspannen soll — halte daher die Berührung leicht und die Ellbogen schwer.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Sukhasana (Hände vor dem Gesicht)?
Sie eignet sich gut am Ende einer Yoga- oder Stretching-Einheit, nach einem Cool-down oder jederzeit, wenn du einen kurzen sitzenden Reset brauchst. Viele nutzen sie auch vor dem Schlafengehen, um die Atmung zu verlangsamen.
Sollen meine Augen unter den Händen offen oder geschlossen sein?
Schließ die Augen sanft, sobald die Handflächen in Position sind. Sinn des Bedeckens ist Dunkelheit und Ruhe für die visuelle Wahrnehmung — offene Augen machten die Position bedeutungslos.
Ist es sicher, wenn ich erhöhten Augeninnendruck oder eine kürzliche Augenoperation habe?
Vermeide in dem Fall jede Gewichtsanwendung in Augennähe. Frag zuerst deine Ärztin oder deinen Arzt, und falls freigegeben, ruh die Hände nur auf Wangen und Stirn, ohne die Augen überhaupt zu berühren.
