Liegende Dehnung

Die Liegende Dehnung ist eine Ganzkörper-Bodendehnung in Rückenlage, bei der die Arme über den Kopf hinaus gestreckt und die Beine lang auf der Matte ausgestreckt sind. Aus dieser verlängerten Position heraus dehnst du sanft die gesamte Vorder- und Seite des Körpers, wobei du den stärksten Zug an den Lats, der Brust, den Schultern und den Hüftbeugern spürst. Sie ist eine der einfachsten Dehnungen, die sich einrichten lassen – alles, was du brauchst, ist eine Matte oder ein weicher Untergrund.

Diese Übung ist besonders nützlich direkt nach dem Aufwachen, nach langem Sitzen oder als abschließende Dehnung am Ende eines Trainings. Menschen, die den Tag am Schreibtisch verbringen, entwickeln oft Verspannungen im Brustbereich und verkürzte Hüftbeuger, und das flache Liegen mit über dem Kopf ausgestreckten Armen wirkt dem nach vorne zusammengefallenen Haltungs muster direkt entgegen. Sie ist auch eine häufige Wahl beim Cool-down nach Rücken- und Zugtraining, wenn die Lats stark beansprucht wurden und von einer langen, gehaltenen Dehnung profitieren.

Die Ausführung ist wichtiger, als es scheint. Da der ganze Körper beteiligt ist, verändern kleine Details, wo du die Dehnung spürst: wie weit du über den Kopf reichst, ob dein unterer Rücken Richtung Boden gedrückt wird und ob deine Beine entspannt bleiben oder aktiv von dir weg gestreckt werden. Wenn du mit einem Hohlkreuz oder hochgezogenen Schultern hastig in die Position gehst, verlagerst du die Spannung in die Gelenke statt in die Muskeln, was den Nutzen verringert und unangenehm sein kann.

Für eine gute Ausführung liegst du auf dem Rücken, streckst beide Arme über den Kopf mit den Handflächen nach oben oder nach innen und verlängerst die Beine, bis der ganze Körper eine lange Linie bildet. Atme tief ein und strecke beim Ausatmen die Finger und Zehen in entgegengesetzte Richtungen, während die Rippen sich Richtung Boden senken. Halte die Position mit langsamer, ruhiger Atmung und lass die Dehnung allmählich tiefer werden, statt sie zu erzwingen.

Da sie sanft und im eigenen Tempo ausführbar ist, eignet sich die Liegende Dehnung für nahezu jeden – vom Anfänger bis zum erfahrenen Lifter. Halte die Intensität auf einem Niveau, bei dem du einen angenehmen Zug spürst statt Schmerzen, besonders im Schulter- und Lendenwirbelbereich. Wenn das vollständige Strecken über den Kopf deine Schultern belastet, senke einfach die Arme etwas ab und arbeite in einem Bereich, der sich ruhig und nachhaltig anfühlt.

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Liegende Dehnung

Anleitungen

  • Lege dich flach auf den Rücken auf eine Trainingsmatte, die Beine ausgestreckt und die Füße entspannt.
  • Strecke beide Arme gerade über den Kopf, sodass sie neben oder knapp über deinen Ohren liegen, die Handflächen zeigen nach oben.
  • Verlängere deinen Nacken, indem du den Hinterkopf schwer auf der Matte ruhen lässt und den Blick zur Decke richtest.
  • Atme langsam durch die Nase ein und lass deinen Brustkorb sich weiten.
  • Beim Ausatmen streckst du Finger und Zehen voneinander weg, sodass sich dein Körper zu einer langen Linie verlängert.
  • Zieh die unteren Rippen sanft Richtung Boden, damit dein unterer Rücken nah an der Matte bleibt, statt scharf ins Hohlkreuz zu fallen.
  • Halte die verlängerte Position 20 bis 40 Sekunden, atme langsam und lass die Dehnung mit jedem Ausatmen tiefer werden.
  • Lass die Streckung los, lass deine Arme dort ruhen, wo es angenehm ist, und atme ein paar Mal ruhig durch.
  • Richte dich neu aus und wiederhole 2 bis 3 Runden, oder gehe zur nächsten Dehnung über, während dein Körper noch warm und entspannt ist.

Tipps & Tricks

  • Wenn dein unterer Rücken von der Matte abhebt, sobald die Arme über den Kopf gehen, senke die Arme auf einen 45-Grad-Winkel; die Dehnung in den Lats und der Brust bleibt stark, ohne die Wirbelsäule zu belasten.
  • Vermeide es, die Schultern beim Strecken zu den Ohren hochzuziehen – drücke die Rückseiten deiner Oberarme Richtung Boden, damit die Dehnung in den Lats und der Brust ankommt statt im Nacken.
  • Halte den Aufwand der Streckung niedrig und gleichmäßig. Aktives Verkrampfen beim Verlängern lässt die Muskeln abschirmen und verkürzt die Dehnung, statt sie zu vertiefen.
  • Strecke die Zehen oder ziehe sie sanft zurück und achte auf den Unterschied – angezogene Füße erzeugen meist eine zusätzliche Dehnungslinie durch die Waden und Hamstrings.
  • Wenn sich eine Seite enger anfühlt, verschiebe deine ausgestreckten Arme und Beine leicht Richtung dieser Seite, um die Dehnung gezielt auf den engen Lat oder die enge Hüfte zu verlagern.
  • Atme während des Haltens vollständig aus; ein kompletter Ausatmer lässt den Brustkorb sinken und vertieft die Brust- und Latdehnung meist mehr, als wenn du härter mit den Armen ziehst.
  • Mache diese Dehnung nach dem Training statt vor schwerem Heben, da lang gehaltene statische Dehnung der Lats und Hüften die Kraftleistung vorübergehend reduzieren kann.
  • Wenn flaches Liegen mit über den Kopf gestreckten Armen ein Kribbeln in den Händen verursacht, beuge die Ellbogen leicht oder lege ein kleines Kissen unter den oberen Rücken, um die Schulterextension zu verringern.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Muskeln trainiert die Liegende Dehnung?

    Der Hauptzug wird in den Lats entlang der Rumpfseite gespürt, mit unterstützender Dehnung in der Brust, den vorderen Schultern, den Hüftbeugern und der Bauchmuskulatur. Aktives Strecken mit den Füßen ergänzt eine leichte Dehnungslinie durch Waden und Oberschenkel.

  • Ist die Liegende Dehnung gut für Anfänger?

    Ja, sie ist eine der anfängerfreundlichsten Dehnungen, weil der Boden den ganzen Körper stützt und du die Intensität vollständig darüber steuerst, wie weit du reichst. Beginne mit kurzen Haltungen von 20 Sekunden und mäßiger Streckung.

  • Warum spüre ich die Liegende Dehnung vor allem in den Schultern statt im Rücken?

    Wahrscheinlich sind deine Schultern zu den Ohren hochgezogen oder deine Arme sind weiter über den Kopf gestreckt, als deine Schulterbeweglichkeit erlaubt. Senke die Arme etwas ab und entspanne den oberen Trapezmuskel, damit die Spannung in die Lats und die Brust wandert.

  • Sollte mein unterer Rücken während der Liegenden Dehnung flach auf dem Boden bleiben?

    Er sollte nah an der Neutralposition bleiben – weder fest nach unten gedrückt noch scharf ins Hohlkreuz gebogen. Wenn deine Rippen ausweichen und dein Rücken beim Strecken über den Kopf ein Hohlkreuz bildet, verringere den Armwinkel, bis du die Rippen unten halten kannst.

  • Wie lange sollte ich die Liegende Dehnung halten?

    Halte pro Runde 20 bis 40 Sekunden und wiederhole das Ganze 2 bis 3 Mal. Längere Haltungen von bis zu einer Minute sind nach dem Training oder vor dem Schlafengehen in Ordnung, solange die Atmung entspannt bleibt.

  • Kann ich die Liegende Dehnung im Bett machen?

    Das geht, aber eine Matratze ist zu weich, um dir klares Feedback über die Position von Rippen und Hüften zu geben. Eine feste Matte oder der Boden bieten eine bessere Dehnung und machen es leichter, ein Hohlkreuz oder Verschiebungen zu bemerken.

  • Was kann ich stattdessen machen, wenn flaches Liegen unangenehm ist?

    Ein stehender Überkopf-Streckgriff an der Wand, das Kind-Haltungen-Dehnen mit seitlich versetzten Armen oder eine kniende Latdehnung an einer Bank dehnen ähnliche Strukturen. Wähle die Position, in der du leicht atmen und ohne Beschwerden halten kannst.

  • Wann ist der beste Zeitpunkt für die Liegende Dehnung?

    Sie eignet sich gut als Morgenroutine, als Reset bei einer Pause vom Schreibtisch oder als Cool-down nach Zug-, Core- oder Ganzkörper-Einheiten. Vermeide lange statische Haltungen direkt vor schwerem Druck- oder Zugtraining.

  • Ist es normal, dass sich die Liegende Dehnung auf beiden Seiten unterschiedlich anfühlt?

    Ja, Unterschiede zwischen den Seiten sind häufig, besonders wenn du im Training einen Arm bevorzugst oder dich beim Sitzen gewohnheitsmäßig zu einer Seite drehst. Verlagere die Streckung leicht Richtung engerer Seite und lass den Unterschied allmählich schrumpfen, statt Symmetrie zu erzwingen.

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