Schulterdehnung In Seitenlage
Die Schulterdehnung in Seitenlage ist eine Mobilitätsübung für die Schulter, die die hintere Rotatorenmanschette – vor allem den Infraspinatus und den Teres minor – sowie die hintere Gelenkkapsel an der Schulterrückseite dehnt. Du liegst auf der Seite der Schulter, die du dehnen möchtest, bringst den Arm auf Schulterhöhe mit um 90 Grad gebeugtem Ellbogen und drückst den Unterarm mit der freien Hand sanft Richtung Boden. Der Name kommt von der Position: Du siehst aus, als würdest du auf der Seite schlafen, während der obere Arm die Arbeit macht.
Diese Dehnung ist ein Grundnahrungsmittel für alle mit eingeschränkter Innenrotation der Schulter. Überkopfathleten wie Baseballspieler, Volleyballer, Schwimmer und Tennisspieler verlieren über eine Saison hinweg Innenrotation auf ihrer Wurf- oder Aufschlagseite, und Bürobeschäftigte tragen oft dieselbe Versteifung durch eingefallene Körperhaltung mit sich herum. Auch Kraftsportler, die häufig Bankdrücken oder Overhead-Pressen ausführen und dabei ein Kribbeln an der Schulterrückseite spüren, profitieren in der Regel davon, ein paar Minuten in dieser Position zu verbringen.
Das Setup macht die Dehnung erst wirksam. Die Seitenlage fixiert das Schulterblatt, sodass es nicht kippen und rotieren kann, um die Bewegung zu kompensieren. Dadurch wird die Dehnung ins eigentliche Schultergelenk gezwungen, statt dass das Schulterblatt dir den Bewegungsumfang vortäuscht. Die Kopfauflage hält den Nacken neutral, und der aufrechte, gestapelte Körper auf der Matte hält die Wirbelsäule aus der Bewegung heraus. Ohne diese Stabilität rollen die meisten Menschen einfach nach hinten und spüren die Dehnung nie dort, wo sie hingehört.
Für eine saubere Ausführung hältst du den zu dehnenden Arm exakt auf Schulterhöhe und den Ellbogen fest auf 90 Grad gebeugt. Mit der oberen Hand drehst du den Unterarm Richtung Boden, aber nur so weit, bis du eine leichte bis moderate Dehnung über der Schulterrückseite spürst. Das Empfinden sollte tief in der hinteren Schulter sitzen, niemals an der Vorderseite des Gelenks oder im Nacken. Halte die Endposition 20 bis 30 Sekunden mit langsamer, entspannter Atmung und löse den Druck dann allmählich, statt abrupt loszulassen.
Ein typischer Einsatzbereich ist die Regeneration nach dem Training an Oberkörpertagen oder ein eigenständiger Mobilitätsblock für Werfer zwischen den Trainingseinheiten. Viele machen zwei bis drei Sätze pro Seite. Da das gedehnte Gewebe klein und nah am Gelenk liegt, zählt hier Geduld mehr als Kraft. Ein leichtes Unbehagen ist normal; stechende Schmerzen, Kribbeln oder ein Schnapp-Gefühl in der Schulter bedeuten, dass du den Druck reduzieren oder die Bewegung verkürzen solltest.
Falls das direkte Liegen auf der Schulter unangenehm ist, lege ein dünn gefaltetes Handtuch unter den seitlichen Brustkorb oder verringere, wie weit du den Arm drückst. Das Ziel über Wochen ist ein kleiner, stetiger Zuwachs an schmerzfreier Innenrotation – keine dramatische Dehnung am ersten Tag.
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Anleitungen
- Liege auf einer Trainingsmatte auf der Seite, mit der Schulter, die du dehnen möchtest, unten; die Beine sind gestapelt und der Körper bildet eine gerade Linie von den Hüften bis zum Kopf.
- Strecke den unteren Arm über Kopf am Boden aus oder lege ihn bequem ab, und rolle ein Handtuch oder eine Rolle unter den Kopf, damit dein Nacken neutral bleibt.
- Bringe den oberen Arm nach vorn auf Schulterhöhe und beuge den Ellbogen um 90 Grad, sodass der Unterarm zur Decke zeigt und die Handfläche von dir weg zeigt.
- Fasse mit der freien Hand das Handgelenk oder den Unterarm des gedehnten Arms und spanne deinen Rumpf leicht an, damit dein Oberkörper während der Dehnung nicht nach hinten rollen kann.
- Drücke den Unterarm des gedehnten Arms langsam Richtung Boden und rotiere die Schulter dabei nach innen, während der Oberarm fest auf Schulterhöhe bleibt.
- Stoppe an dem Punkt, an dem du eine leichte bis moderate Dehnung über der Schulterrückseite spürst, und halte diese Position 20 bis 30 Sekunden.
- Atme während der Haltezeit langsam und gleichmäßig und atme aus, während du dich ohne Erzwingen leicht tiefer in den Bewegungsumfang begibst.
- Löse den Druck allmählich, lass den Unterarm in die Senkrechte zurückkehren und pause ein paar Atemzüge, bevor du wiederholst.
- Absolviere zwei bis drei Durchgänge, dann rolle auf die andere Seite und wiederhole die Übung, falls beide Schultern behandelt werden sollen.
Tipps & Tricks
- Wenn du die Dehnung an der Vorderseite der Schulter oder im Nacken statt an der Rückseite spürst, drückst du zu weit oder zu schnell; verringere den Winkel, bis das Empfinden in die hintere Schulter wandert.
- Halte den Ellbogen exakt auf 90 Grad gebeugt. Wenn du beim Drücken den Arm streckst, wird daraus eine andere Dehnung, und der Ellbogen wird belastet statt der Schultergelenkkapsel.
- Lass deinen Oberkörper nicht nach hinten rollen, während der Arm absinkt. Spanne leicht an und denke daran, das Schulterblatt flach auf der Matte zu halten, sonst verliert die Dehnung den Großteil ihrer Wirkung.
- Achte auf die Kopfposition. Das Überstrecken des Nackens oder das Hineindrücken in die Hand unter dem Kopf verrät oft, dass die Dehnung zu aggressiv ist; passe die Höhe der Kopfauflage an, damit der Nacken in Verlängerung der Wirbelsäule bleibt.
- Übe den Druck über den Unterarm aus, nicht über die Hand oder das Handgelenk, um das Handgelenk nicht zu belasten, während die Schulter rotiert.
- Wärme die Schulter vorher auf, etwa mit leichten Armkreisen oder einem kurzen Oberkörper-Warm-up; eine kalte hintere Gelenkkapsel zu dehnen ist schwerer und unbequemer.
- Wenn das direkte Liegen auf der Schulter unangenehm ist, schiebe ein dünn gefaltetes Handtuch unter den seitlichen Brustkorb, um Druck vom Gelenk zu nehmen.
- Steigere dich über Wochen langsam. Ein paar Grad mehr Bewegungsumfang pro Einheit sind ein besseres Ergebnis als eine aggressive Einheit, die die Schulter tagelang gereizt zurücklässt.
- Lass das Drücken Richtung Boden an Tagen ganz weg, an denen sich die Schulter empfindlich anfühlt, und halte den Arm einfach bei 90 Grad, sodass die Schwerkraft eine passive Dehnung erzeugt.
Häufig gestellte Fragen
Was trainiert die Schulterdehnung in Seitenlage?
Sie dehnt primär die hintere Rotatorenmanschette, insbesondere den Infraspinatus und den Teres minor, zusammen mit der hinteren Gelenkkapsel an der Schulterrückseite. Die hintere Schulter spürt die Dehnung ebenfalls, während der Arm nach innen rotiert.
Warum muss die Schulterdehnung in Seitenlage auf der Seite liegend ausgeführt werden?
Die Seitenlage fixiert das Schulterblatt, sodass es nicht kippen oder rotieren kann, um die eingeschränkte Schulterbeweglichkeit auszugleichen. Das zwingt die Dehnung ins Gelenk selbst – genau das macht die Übung spezifischer als eine stehende Dehnung der Innenrotation.
Ist die Schulterdehnung in Seitenlage etwas für Anfänger?
Ja, solange du sanft beginnst. Anfänger sollten nur bis zu einer leichten Dehnung drücken und müssen die Haltezeit beim Lernen eventuell auf 15 bis 20 Sekunden verkürzen, bis sie den Oberkörper stabil ohne Rollen halten können.
Wie lange sollte ich die Schulterdehnung in Seitenlage halten?
20 bis 30 Sekunden pro Durchgang funktionieren gut, wiederholt zwei- bis dreimal pro Seite. Für Werfer mit hohem Trainingspensum ist auch eine längere, sanfte Haltezeit von 60 Sekunden möglich.
Ich spüre die Schulterdehnung in Seitenlage im Nacken oder an der Vorderseite der Schulter. Was mache ich falsch?
Vermutlich drückst du zu weit oder lässt das Schulterblatt vom Boden abheben. Verringere den Bewegungsumfang, bis das Empfinden über der Schulterrückseite sitzt, und prüfe, dass dein Oberkörper gestapelt über deiner unteren Seite bleibt.
Kann ich die Schulterdehnung in Seitenlage ohne Rolle unter dem Kopf machen?
Ja. Ein gefaltetes Handtuch, ein kleines Kissen oder sogar der unten liegende, gebeugte Arm unter dem Kopf funktionieren. Das Ziel ist nur, den Nacken neutral zu halten, damit er sich nicht verspannt, während du dich auf die Schulter konzentrierst.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Schulterdehnung in Seitenlage?
Sie passt gut nach Oberkörpertraining, Wurfeinheiten oder Press-Einheiten, wenn das Gewebe warm ist. Viele nutzen sie auch als eigenständigen Mobilitätsblock am Abend.
Gibt es eine Alternative, wenn das Liegen auf der Seite meiner Schulter schmerzt?
Eine stehende oder sitzende Cross-Body-Schulterdehnung ist die nächste Alternative, allerdings weniger spezifisch, weil sich das Schulterblatt noch bewegen kann. Eine angeleitete Dehnung der hinteren Gelenkkapsel mit einem Stock oder Band ist eine weitere Option.
Sollte ich bei der Schulterdehnung in Seitenlage Schmerzen spüren?
Nein. Ein leichtes bis moderates Dehnungsgefühl über der Schulterrückseite ist normal, aber stechende Schmerzen, Kribbeln oder ein Schnapp-Gefühl bedeuten, dass du sofort den Druck lösen und den Bewegungsumfang reduzieren solltest.
