Liegende Beinspreizung
Die Liegende Beinspreizung ist eine Hüftübung mit dem eigenen Körpergewicht, die in Rückenlage ausgeführt wird, während beide Beine gestreckt zur Decke zeigen. Aus dieser senkrechten Position öffnest du die Beine zu einer Spreizung in der Luft, so weit es die Hüifen zulassen, und führst sie dann kontrolliert wieder zusammen. Da die Beine senkrecht direkt gegen die Schwerkraft arbeiten, leisten die Hüftabduktoren an der Außenseite der Hüfte die Arbeit beim Öffnen, während die Innenschenkelmuskulatur das Zurückführen kontrolliert – eine saubere Zweirichtungs-Herausforderung für die Muskeln, die das Femur im Hüftgelenk steuern.
Diese Übung ist besonders nützlich für alle, die aktive Kraft in der Hüftabduktion aufbauen wollen, ohne die Wirbelsäule oder die Knie zu belasten. Läufer und Radfahrer nutzen sie oft, um eine schwache Funktion des mittleren Gesäßmuskels zu verbessern, die sich darin zeigt, dass die Knie bei Kniebeugen oder einbeinigen Bewegungen nach innen einknicken. Sie dient zugleich als Mobility-Übung: Die senkrechte Beinposition verlängert die Hamstrings und Adduktoren, während du dich aktiv durch die Spreizung bewegst, sodass auch Tänzer, Kampfkünstler und Kraftsportler, die einen tieferen Grätschstand anstreben, davon profitieren.
Die Ausgangsposition ist hier wichtiger, als es scheint. Wenn sich dein unterer Rücken vom Boden abhebt oder sich dein Becken neigt, während die Beine nach außen wandern, verlagert sich die Arbeit von den Hüftabduktoren in den Lendenwirbelbereich. Die Rückenlage mit senkrecht gestützten Beinen nimmt Schwung und Gleichgewicht aus der Gleichung – genau deshalb ist diese Variante ein guter Einstieg, bevor du zu stehenden Varianten mit Kabelzug oder Band übergehst.
Zur sauberen Ausführung: Halte beide Knie vollständig durchgestreckt und bewege die Beine in einem langsamen, gleichmäßigen Bogen, als würdest du die beiden Hälften eines Fächers nachzeichnen. Die Endposition ist ein weites V über dem Kopf, in dem du eine deutliche Dehnung in den Innenschenkeln spürst und beim Zurückziehen zur Ausgangsposition eine klare Kontraktion an der Außenseite der Hüfte. Der Bewegungsumfang hängt von deiner Beweglichkeit ab, also öffne nur so weit, wie du die Knie gestreckt halten und das Becken ruhig halten kannst.
Du wirst diese Bewegung im Aufwärmen, in Aktivierungsprogrammen für die Gesäßmuskulatur und in Flexibility-Einheiten gleichermaßen sehen. Eine typische Dosierung sind zwei bis vier Sätze mit zehn bis fünfzehn langsamen Wiederholungen oder fünf bis acht Atemzüge in der weiten Position halten, wenn du sie als Mobility-Hold einsetzt. Da sie außer einer Matte keine Ausrüstung braucht und nur das Beinewicht als Widerstand nutzt, skaliert sie gut für Anfänger und bleibt dennoch erfahrenen Trainierenden eine Herausforderung, wenn sie das Tempo verlangsamen.
Die wichtigsten Sicherheitspunkte sind einfach: Zwinge die Spreizung nie über eine angenehme Dehnung hinaus, halte die Bewegung flüssig statt ruckartig und höre auf, wenn du ein Zwicken an der Vorderseite der Hüfte oder eine Belastung im unteren Rücken spürst. Kontrolliertes Tempo und ehrlicher Bewegungsumfang machen diese Übung effektiv.
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Anleitungen
- Lege dich flach auf den Rücken auf eine Trainingsmatte, beide Beine ausgestreckt und zusammen, die Arme entspannt an deinen Seiten oder leicht zur Abstützung auf dem Boden.
- Hebe beide Beine gestreckt an, bis sie senkrecht zum Boden stehen, die Knie vollständig durchgestreckt und die Füße übereinander über der Hüfte.
- Spanne die Bauchmuskeln an und drücke deinen unteren Rücken sanft in Richtung Matte, damit dein Becken neutral bleibt, bevor sich die Beine bewegen.
- Halte beide Knie durchgestreckt und öffne die Beine langsam in einem weiten Bogen zu den Seiten, als würdest du eine Spreizung in der Luft öffnen.
- Fahre fort, bis du eine deutliche Dehnung über die Innenseiten der Oberschenkel und in der Leiste spürst, und stoppe, bevor sich dein Becken neigt oder dein unterer Rücken von der Matte abhebt.
- Verweile kurz in der weiten Position, dann führe die Beine entlang desselben Bogens wieder zusammen und spüre, wie die äußeren Hüftmuskeln beim Schließen der Spreizung arbeiten.
- Atme aus, wenn sich die Beine öffnen, und ein, wenn du sie wieder zusammenführst, und halte den Atem während des gesamten Satzes gleichmäßig.
- Beende jede Wiederholung mit zusammengeführten, senkrechten Beinen und senke sie kontrolliert zur Matte zurück, statt sie fallen zu lassen.
- Richte bei Bedarf deine Rückenposition zwischen den Sätzen neu aus und wiederhole die Übung für deine Zielwiederholungszahl.
Tipps & Tricks
- Der häufigste Fehler ist das Beugen der Knie beim Öffnen der Beine, was den Hebel verkürzt und enge Hamstrings verbirgt; wenn die Knie immer wieder nachgeben, verringere stattdessen die Weite der Spreizung.
- Wenn sich dein unterer Rücken von der Matte abhebt, während sich die Beine öffnen, hast du deinen verfügbaren Hüftbereich überschritten; lege eine Hand auf den Bauch, um das zu kontrollieren, und verkleinere den Bogen, bis das Becken ruhig bleibt.
- Strecke die Zehen zur Decke, statt die Füße nach außen kippen zu lassen, damit der Bogen von der Hüfte gesteuert wird und nicht durch eine Drehung im Sprunggelenk.
- Die Innenseiten der Oberschenkel spürst du in dieser Übung oft am stärksten, weil sie unter Last gedehnt werden, aber die eigentliche Arbeit des Zusammenführens kommt von den äußeren Hüftmuskeln – jage der Dehnung also nicht auf Kosten der Kontrolle hinterher.
- Zähle beim Öffnen langsam zwei bis drei Sekunden und beim Schließen zwei Sekunden; Schwung durch schnelles Schwingen der Beine ist der Hauptgrund, warum viele die Übung nicht am richtigen Ort spüren.
- Wenn ein Bein weiter driftet als das andere, was bei Hüftasymmetrien häufig vorkommt, verlangsame das Tempo und passe die Bewegungsweite beider Füße bei jeder Wiederholung bewusst an.
- Kurze Hamstrings können die senkrechte Beinposition bereits einschränken, bevor die Spreizung überhaupt beginnt; verringere den Winkel leicht, indem du die Füße einige Zentimeter in Richtung Kopf bringst, bis sich die Beweglichkeit verbessert.
- Vermeide es, am Ende der Spreizung nachzufedern, um mehr Weite zu gewinnen; wiederholtes ballistisches Dehnen in dieser Position reizt die Leiste weit häufiger, als dass es den Bewegungsumfang verbessert.
- Wenn du die Übung als Flexibility-Hold statt als Kraftwiederholung nutzen möchtest, öffne bis zu deinem angenehmen Endpunkt und halte die Position für fünf bis acht langsame Atemzüge, wobei die Beine aktiv bleiben statt völlig entspannt.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert die Liegende Beinspreizung?
Die Hauptbeweger sind die Hüftabduktoren, vor allem der mittlere Gesäßmuskel und die äußeren Hüftmuskeln, die die Beine aus der Spreizung wieder zusammenführen. Die Adduktoren und Hamstrings arbeiten und dehnen sich beim Öffnen, und die Körpermitte stabilisiert das Becken während der gesamten Bewegung.
Ist die Liegende Beinspreizung für Anfänger geeignet?
Ja, sie ist eine der anfängerfreundlichsten Hüftabduktionsübungen, weil die Beine senkrecht gestützt sind und kein äußeres Gewicht beteiligt ist. Anfänger sollten einfach eine engere Spreizung wählen und darauf achten, die Knie gestreckt und den unteren Rücken auf der Matte zu halten.
Warum werden die Beine gestreckt nach oben gehoben, statt sich auf dem Boden zu bewegen?
Die senkrechte Position lässt die Beine in beide Richtungen direkt gegen die Schwerkraft arbeiten und nimmt die Bodenreibung heraus, sodass Abduktoren und Adduktoren über den gesamten Bogen aktiv sind. Außerdem siehst und spürst du so, ob ein Bein weiter wandert als das andere.
Ich spüre die Übung vor allem in den Innenschenkeln. Ist das falsch?
Nein. Die Adduktoren stehen beim Öffnen der Beine unter starker Dehnung, daher ist ein Ziehen in der Leiste normal. Achte nur darauf, dass du auf dem Rückweg auch die äußeren Hüftmuskeln spürst, die sich zusammenziehen – das bestätigt, dass die Abduktoren ihre Arbeit machen.
Wie weit sollte die Spreizung bei der Liegenden Beinspreizung sein?
Öffne nur so weit, dass beide Knie gestreckt bleiben und Becken und unterer Rücken ruhig auf der Matte bleiben. Eine kontrollierte Dreiviertel-Spreizung ist immer besser als eine erzwungene volle Spreizung mit Hohlkreuz.
Brauche ich für diese Übung eine Matte?
Eine Matte wird empfohlen, ist aber nicht zwingend nötig. Sie polstert Wirbelsäule und Steißbein und gibt dir eine klarere Orientierung dafür, ob dein unterer Rücken Kontakt zum Boden hält.
Was ist der häufigste Fehler bei dieser Bewegung?
Der Einsatz von Schwung, entweder durch schnelles Auseinanderschwingen der Beine oder Nachfedern am weitesten Punkt. Verlangsame das Tempo, und die Übung wird spürbar schwerer und zielgerichteter.
Worin unterscheidet sich diese Übung von der Abduktion im Stehen mit Kabelzug oder Band?
Die liegende Variante bewegt beide Beine gleichzeitig gegen die Schwerkraft ohne Gleichgewichtsanforderung, während stehende Varianten ein Bein nach dem anderen belasten und die Stabilität stärker fordern. Die liegende Spreizung ist eine gute Grundlage, um Kraft aufzubauen, bevor du zu einbeinigem Stehtraining übergehst.
Kann ich die Liegende Beinspreizung als Dehnung statt als Kraftübung nutzen?
Ja. Öffne bis zu deinem angenehmen Endpunkt und halte die Position für fünf bis acht Atemzüge, während die Beine aktiv nach oben streben – so wird sie zu einer nützlichen Grätsch-Mobility-Übung für Tänzer und Kraftsportler.
Ist die Übung sicher, wenn ich an der Vorderseite der Hüfte ein Zwicken spüre?
Eine milde Dehnung ist in Ordnung, aber ein scharfes Zwicken an der Vorderseite der Hüfte oder in der Leiste ist ein Signal, den Bewegungsumfang zu reduzieren oder aufzuhören. Wenn es auch bei kleineren Bewegungsweiten bestehen bleibt, lässt du es am besten abklären, bevor du weitermachst.
