Schulterblatt-Liegestütz Im Knien
Der Schulterblatt-Liegestütz im Knien ist eine kleine, bewusst ausgeführte Bewegung im Vierfüßlerstand, bei der die Arme perfekt gestreckt bleiben und die gesamte Bewegung in den Schulterblättern stattfindet. Statt wie bei einem normalen Liegestütz die Ellbogen zu beugen, drückst du den Boden von dir weg, sodass sich dein oberer Rücken zur Decke rundet, und lässt dann langsam die Brust zwischen den Schultern sinken, sodass sich die Schulterblätter zusammenziehen. Es sieht so aus, als würde kaum etwas passieren, doch genau in diesem kurzen Bewegungsbogen leisten der Serratus anterior und die Muskeln, die die Schulterblätter steuern, ihre Arbeit.
Die kniende Position nimmt einen Großteil des Körpergewichts von den Schultern, was die Übung zu einem freundlichen Einstieg macht, wenn man Druckkraft von Grund auf aufbauen möchte. Sie ist besonders nützlich vor Liegestützen, Bankdrücken oder Übungen über Kopf, denn ein Schulterblatt, das sich gut bewegt und kontrolliert am Brustkorb bleibt, gibt dem Schultergelenk eine stabile Plattform zum Drücken. Menschen mit empfindlichen Schultern, Anfänger, denen im Liegestütz der obere Rücken zusammenfällt, und Sportler, die nie gelernt haben, ihre Schulterblätter zu spüren, profitieren alle davon, ein paar Minuten in diese Übung zu investieren.
Die Hauptmuskeln bei der Arbeit sind der Serratus anterior, der beim Wegdrücken des Bodens die Schulterblätter um den Brustkorb nach vorne zieht, sowie der Trapezius und die Rhomboiden, die beim Absenken der Brust die Schulterblätter zusammenziehen. Die Arme bleiben gestreckt, sodass Trizeps und die kleinen Stabilisatoren um die Schulter isometrisch arbeiten, um die Position ohne gebeugte Ellbogen zu halten. Weil sich die Anstrengung auf einen kurzen Bewegungsbereich konzentriert, zählt Qualität weit mehr als Tempo oder Wiederholungen.
Die Ausgangsposition entscheidet, ob diese Übung funktioniert oder nicht. Die Hände sollten direkt unter den Schultern stehen, die Fingerspitzen gespreizt, die Knie unter der Hüfte, und die Wirbelsäule von Kopf bis Steiß lang und neutral. Wenn die Hüfte Richtung Fersen kippt oder das Hohlkreuz durchhängt, hören die Schulterblätter auf, der bewegte Teil zu sein, und die Übung verliert ihren Sinn. Denk dir deinen Rumpf als starre Brücke von den Knien bis zum Kopf, bei der nur der obere Rücken sich hebt und senkt.
Zur Ausführung: Beginne, indem du den Boden sanft von dir wegdrückst, bis du spürst, wie sich dein oberer Rücken zwischen den Schulterblättern hebt und verbreitert. Halte diese protrierte Position kurz, dann kontrolliere die Umkehrbewegung: Lass die Brust einige Zentimeter sinken, während sich die Schulterblätter zusammenziehen, mit durchgestreckten Ellbogen und entspanntem Nacken. Der Bewegungsradius ist wirklich klein – oft nicht mehr als eine Fausthöhe – und das ist völlig normal.
Ein gutes praktisches Ziel sind zwei bis drei Sätze mit acht bis fünfzehn langsamen Wiederholungen, mit kurzer Pause an jedem Endpunkt. Beweg dich in einem Tempo, in dem du dich bequem unterhalten könntest, und beende den Satz, sobald du merkst, dass du zu den Ohren hin hochziehst oder die Ellbogen beugst, um die Bewegung größer zu machen. Regelmäßig ausgeführt zahlt sich diese einfache Übung aus in standsicheren Liegestützen und einem Schultergürtel, der unter Last stabil bleibt.
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Anleitungen
- Knie dich auf eine Turnmatte und lege die Hände flach auf den Boden, direkt unter den Schultern, Finger gespreizt und nach vorne zeigend.
- Positioniere die Knie direkt unter der Hüfte, sodass die Oberschenkel senkrecht stehen, und strecke die Arme vollständig durch – die Ellbogen weich, aber nicht gebeugt.
- Baue eine lange, neutrale Wirbelsäule vom Scheitel bis zum Steißknochen auf und spanne die Körpermitte leicht an, damit die Hüfte weder durchhängt noch eingeklemmt wird.
- Atme ein und drücke dann den Boden über die Handflächen von dir weg, wobei sich der obere Rücken zur Decke rundet, während die Schulterblätter auseinandergehen.
- Pause am obersten Punkt des Drucks für ein bis zwei Sekunden und spüre, wie sich der Raum zwischen den Schulterblättern weitet.
- Atme langsam aus und senke die Brust Richtung Boden, indem du die Schulterblätter zusammenziehst – die Ellbogen bleiben dabei die gesamte Zeit durchgestreckt.
- Stoppe am unteren Ende des Bewegungsradius, wenn du spürst, wie sich die Schulterblätter zusammenpressen, ohne die Ellbogen zu beugen oder die Schultern zu den Ohren zu ziehen.
- Umkehre die Bewegung erneut durch Wegdrücken des Bodens – eine Wiederholung dauert etwa drei bis vier Sekunden.
- Halte das Gewicht gleichmäßig auf beiden Handflächen verteilt und den Nacken entspannt, der Blick nach unten auf den Boden zwischen den Händen.
- Nach der letzten Wiederholung die Hände nach hinten führen und die Hüfte Richtung Fersen absenken, um die Schultern vor dem nächsten Satz zu entspannen.
Tipps & Tricks
- Wenn deine Ellbogen immer wieder einknicken, denk sie dir als Stahlstangen: Das Einzige, was sich bewegt, ist der obere Rücken, der sich zwischen den Schulterblättern hebt und senkt.
- Ein häufiger Fehler ist das Hochziehen der Schultern zu den Ohren beim Drücken, wodurch die Arbeit zum oberen Trapezius wandert; gib dir selbst den Hinweis, die Handflächen nach unten zu drücken und den Nacken zu verlängern.
- Jage nicht nach mehr Bewegungsradius. Die gesamte Bewegung umfasst nur wenige Zentimeter, und ein erzwungen tieferes Absinken entsteht meist durch gebeugte Ellbogen oder ein Einknicken im unteren Rücken.
- Wenn deine Handgelenke protestieren, spreize die Finger breiter und greife in den Boden, sodass die Last im Ballen der Handfläche statt in der Handgelenkbeuge liegt.
- Achte darauf, dass die Hüfte bei Ermüdung nicht Richtung Fersen rutscht; daraus wird ein lockeres Dehnen statt einer Übung zur Schulterblattkontrolle.
- Beweg dich langsamer, als es sich notwendig anfühlt. Eine zweisekündige Pause am protrierten obersten Punkt lehrt den Serratus anterior zu feuern – das ist der einzige Grund, dies statt normaler Liegestütze zu machen.
- Wenn du die Bewegung der Schulterblätter gar nicht spürst, lass einen Partner flach eine Hand auf deinen oberen Rücken legen, damit du das Heben und Senken fühlen kannst.
- Halte den Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule, statt ihn sinken zu lassen; ein hängender Kopf verändert die Spannung im Nacken und im oberen Trapezius.
- Nutze diese Übung als Aufwärmprimer vor Liegestütz- oder Press Tagen statt als hochfrequentes Burnout, denn ihr Wert liegt in einer präzisen, frischen Kontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert der Schulterblatt-Liegestütz im Knien?
Der primäre Mover ist der Serratus anterior, der die Schulterblätter beim Wegdrücken des Bodens um den Brustkorb nach vorne spreizt. Trapezius und Rhomboiden steuern die Rückbewegung, wenn sich die Blätter zusammenziehen, während Trizeps und Schulterstabilisatoren die Arme gestreckt halten.
Warum bleiben die Ellbogen beim Schulterblatt-Liegestütz im Knien gestreckt?
Beugt man die Ellbogen, wird daraus ein teilweiser Liegestütz, bei dem Brust und Arme die Arbeit übernehmen. Durchgestreckte Arme erzwingen, dass die Bewegung vollständig aus den Schulterblättern kommt – genau das ist die Fähigkeit, die diese Übung trainiert.
Ist der Schulterblatt-Liegestütz im Knien gut für Anfänger?
Ja, und er ist einer der besten ersten Schritte Richtung voller Liegestütz. Die kniende Position entfernt den Großteil des Körpergewichts, sodass man die Schulterblattkontrolle lernen kann, bevor man in die volle Plank-Position geht.
Worin unterscheidet sich der Schulterblatt-Liegestütz im Knien von einem normalen Liegestütz?
Beim normalen Liegestütz beugen und strecken sich die Ellbogen, um die Brust zu senken. Hier bewegen sich die Ellbogen nie; nur die Schulterblätter protriieren und retrahieren, wodurch der Bewegungsradius viel kürzer ist und der Fokus vom Brustdruck zur Schulterblattkontrolle wandert.
Warum ist mein Bewegungsradius beim Schulterblatt-Liegestütz im Knien so klein?
Ein kleiner Radius ist normal, weil sich die Schulterblätter relativ zum Brustkorb nur wenige Zentimeter bewegen. Wenn du das Gefühl hast, dich deutlich mehr bewegen zu müssen, kompensieren meist die Ellbogen oder der untere Rücken – kein größerer Schulterblattradius.
Wie viele Wiederholungen und Sätze vom Schulterblatt-Liegestütz im Knien sollte ich machen?
Zwei bis drei Sätze mit acht bis fünfzehn langsamen Wiederholungen funktionieren gut, mit kurzer Pause an jedem Ende des Bewegungsradius. Behandle es als Präzisionsübung und beende den Satz, sobald du anfängst zu zucken oder die Ellbogen zu beugen.
Kann ich den Schulterblatt-Liegestütz im Knien machen, wenn meine Handgelenke schmerzen?
Oft ja – indem du die Finger spreizt, in den Boden greifst und die Last Richtung Handballen verlagerst. Bleiben Beschwerden bestehen, so hält dieselbe Protraktion und Retraktion in der Plank an der Wand oder mit Unterarmen auf einer Bank die Schulterblattarbeit aufrecht und entlastet die Handgelenke.
Was soll ich tun, wenn ich diese Übung nur in den Schultern und im Trapezius spüre?
Das bedeutet meist, dass du hochziehst statt zu protriieren. Verringere die Anstrengung, drücke die Handflächen bewusst in den Boden und denke daran, den Raum zwischen den Schulterblättern zu weiten, statt die Schultern hochzuheben.
Wann sollte ich den Schulterblatt-Liegestütz im Knien im Training machen?
Am besten funktioniert er als Aufwärmübung vor Liegestützen, Bankdrücken oder Overhead-Pressen, wenn die Schulterblattmuskeln noch frisch sind. Er kann auch als eigenständige Kontrolleübung an Oberkörpertagen dienen.
Sollte mein Rücken beim Schulterblatt-Liegestütz im Knien flach bleiben?
Halte eine neutrale Wirbelsäule von Kopf bis Steiß, aber rechne damit, dass sich der obere Rücken beim Wegdrücken rundet, denn das ist die beabsichtigte Bewegung. Der untere Rücken und die Hüfte sollten durchgehend ruhig und stabil bleiben.
