Fersengleiten In Rückenlage
Das Fersengleiten in Rückenlage ist eine Bodenübung mit geringer Belastung, die in Rückenlage ausgeführt wird: Du ziehst eine Ferse durch Beugen des Knies am Boden Richtung Hüfte und schiebst sie dann wieder zurück, bis das Bein vollständig gestreckt ist. Da die Ferse die gesamte Zeit Kontakt mit dem Boden hält, stützt das Bein sein eigenes Gewicht ab und das Gelenk bewegt sich in einem kontrollierten, reibungsgeminderten Bogen. Die betonte Muskulatur bei dieser Bewegung ist der Quadriceps an der Vorderseite des Oberschenkels, der sich beim Beugen des Knies verlängert und beim Zurückführen des Beins in die Streckung verkürzt.
Diese Übung ist ein Klassiker in der Knie- und Hüftreha und eignet sich gut als Übertrag ins allgemeine Training als Aufwärmen oder Mobilitätsprimer. Am meisten profitieren Menschen mit Kniestiffheit, die nach Phasen der Immobilisierung wiedereinstiegen, oder die mit verkürzten Quadriceps- und Hüftbeugemuskeln zu kämpfen haben. Sie ist auch hilfreich für Bürotätige und Läufer, deren Hüften über viele Stunden in einer verkürzten Position stehen, weil die Rückenlage dem Hüftgelenk eine volle Streckung erlaubt, während das Knie gebeugt wird.
Das Fersengleiten in Rückenlage trainiert vor allem die aktive Beweglichkeit im Knie in Beugung und Streckung, während die Quadriceps das Bein den ganzen Weg über kontrollieren. Die tiefe Rumpfmuskulatur und die unteren Bauchmuskeln arbeiten isometrisch, um das Becken neutral zu halten und den unteren Rücken auf der Matte zu verankern. Die Hüftbeuger im Arbeitsbein werden ebenfalls sanft verlängert und belastet, während die Ferse Richtung Hüfte wandert – deshalb fühlt sich die Bewegung sowohl im Oberschenkel als auch an der Vorderseite der Hüfte wirksam an.
Die Einrichtung ist entscheidend, weil es bei dieser Übung um alles geht, was mit der Position zu tun hat. In flacher Rückenlage mit gestrecktem Nicht-Arbeitsbein ist das Becken verankert; verdreht sich der Rumpf oder das Becken, weicht das Knie nach innen oder außen aus und die gewünschte Bahn des Oberschenkels geht verloren. Wenn die Ferse fest auf der Matte bleibt, wird der Boden zu einer Führungsschiene – das nimmt den Schwung heraus und zwingt die Muskulatur rund ums Knie, nicht Schwerkraft oder Schwung, die Bewegung zu erzeugen.
Zur sauberen Ausführung: Lege dich auf den Rücken, beide Beine langgestreckt, die Arme entspannt neben dem Körper. Spanne den Rumpf leicht an und schiebe dann eine Ferse durch Beugen des Knies Richtung Sitzbeinhöcker, wobei die Kniescheibe zur Decke zeigt. Halte kurz am oberen Ende deines komfortablen Bewegungsspielraums inne und führe die Bewegung umgekehrt fort, bis das Bein wieder vollständig gestreckt ist. Atme dabei gleichmäßig weiter und halte das Tempo der Ferse in beide Richtungen konstant.
Typische Anwendungsfälle sind die Wiederherstellung der Kniebeweglichkeit nach Verletzung oder Operation, die Vorbereitung der Beine vor dem Lauf, sanftes Dehnen von Quadriceps und Hüftbeugern an Regenerationstagen und der Aufbau von Vertrauen in ein Knie nach einer Reizphase. Zwing die Ferse nie höher, als es das Knie bequem erlaubt; die Beweglichkeit verbessert sich durch konsequente, schmerzfreie Wiederholungen statt durch forciertes Drücken. Jeder stechende Schmerz im Knie oder in der Hüfte ist ein Signal, den Bewegungsradius zu verringern oder deine Position zu überprüfen.
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Anleitungen
- Lege dich flach auf den Rücken auf eine Trainingsmatte, beide Beine vollständig gestreckt, die Arme entspannt seitlich am Körper, Handflächen nach unten.
- Richte die Kniescheibe des Arbeitsbeins gerade nach oben zur Decke aus, damit der Oberschenkel weder nach innen noch nach außen rotiert.
- Spanne deine Bauchmuskeln sanft an und drücke den unteren Rücken Richtung Matte, um vor der Bewegung ein neutrales Becken einzustellen.
- Atme langsam aus, während du das Arbeitsbein beugst und deine Ferse auf der Matte Richtung Hüfte gleiten lässt.
- Halte die Ferse während des gesamten Gleitens in ständigem Kontakt mit dem Boden und achte darauf, dass das Knie in Linie mit der Hüfte bleibt.
- Stoppe, wenn das Knie eine angenehm gebeugte Position erreicht hat – typischerweise mit der Ferse nahe am Sitzbeinhöcker – und halte ein bis zwei Sekunden, ohne dass das Becken kippt.
- Atme ein, während du das Knie langsam streckst und die Ferse kontrolliert die Matte hinuntergleitest, bis das Bein wieder vollständig gestreckt ist.
- Führe alle Wiederholungen an einem Bein aus und wechsle dann die Seite, oder wechsle bei jeder Wiederholung das Bein, wenn sich das natürlicher anfühlt.
- Setze deine Rumpfposition zwischen den Wiederholungen zurück, wenn du spürst, dass dein unterer Rücken hohlt oder sich deine Hüften auf der Matte verschieben.
Tipps & Tricks
- Der häufigste Fehler ist, dass das Knie beim Anheben der Ferse nach innen oder außen fällt; richte die Kniescheibe bewusst zur Decke, damit der Oberschenkel in gerader Linie mit der Hüfte bleibt.
- Wenn dein unterer Rücken von der Matte abhebt, während sich die Ferse der Hüfte nähert, gleite die Ferse nur so weit, wie das Becken ruhig bleibt, und erweitere den Bewegungsradius über mehrere Einheiten allmählich.
- Der Drang, die Ferse schnell hochzureißen, bedeutet meist, dass der Bewegungsumfang erzwungen statt kontrolliert wird; verlangsame das Gleiten so, dass die Aufwärtsphase zwei bis drei volle Sekunden dauert.
- Glattere Sporthosen oder das Gleiten der Ferse auf einer Matte statt auf bloßer Haut auf Teppich reduzieren die Reibung, sodass das Knie und nicht der Widerstand die Schwierigkeit bestimmt.
- Wenn die Vorderseite des Oberschenkels beim Beugen des Knies krampft, verkleinere den Bewegungsradius etwas und entspanne den Quadriceps zwischen den Wiederholungen bewusst; Krämpfe lassen oft nach, sobald sich der Muskel an die Verlängerung unter Last gewöhnt.
- Wenn du die Ferse oder Zehen des Nicht-Arbeitsbeins in den Boden drückst, bekommt das Becken einen stabilen Referenzpunkt und der Körper dreht sich nicht zur bewegten Seite hin.
- Halte den Fuß entspannt, statt ihn kräftig zu strecken oder anzuziehen; zusätzliche Anspannung im Knöchel schleicht sich oft in den Oberschenkel ein und verändert die Führung des Knies.
- Atme beim Hochgleiten aus und beim Heruntergleiten ein, statt die Luft anzuhalten; Atemanhalten erhöht die Anspannung im Rumpf und versteift das Becken auf die falsche Weise.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln werden beim Fersengleiten in Rückenlage trainiert?
Die Quadriceps an der Vorderseite des Oberschenkels sind die Hauptmuskeln, die sich beim Beugen des Knies verlängern und beim Strecken verkürzen. Die Hamstrings und Hüftbeuger unterstützen die Bewegung, während die unteren Bauchmuskeln das Becken isometrisch stabilisieren.
Ist das Fersengleiten in Rückenlage für Anfänger geeignet?
Ja, es ist eine der zugänglichsten Übungen für die Beine, weil der Boden das Bein abstützt und der Kontakt der Ferse den Bewegungsradius auf natürliche Weise begrenzt. Anfänger sollten einfach in einem schmerzfreien Bogen bleiben und den Bewegungsumfang allmählich steigern.
Warum muss meine Ferse beim Fersengleiten in Rückenlage am Boden bleiben?
Wenn die Ferse Kontakt mit der Matte hält, nimmt das den Schwung heraus und macht den Boden zur Führung für die Bahn des Knies. Außerdem kannst du den Bewegungsradius präzise steuern, indem du kontrollierst, wie weit die Ferse wandert.
Wie weit sollte ich meine Ferse Richtung Hüfte schieben?
Schiebe die Ferse nur so weit, wie das Knie sich ohne Schmerzen bequem beugen lässt und ohne dass dein unterer Rücken hohlt oder das Becken kippt. Bei den meisten Menschen landet die Ferse dabei nahe am Sitzbeinhöcker, aber die genaue Distanz ist weniger wichtig als eine saubere Knieführung.
Kann ich das Fersengleiten in Rückenlage mit beiden Beinen gleichzeitig machen?
Ja, beide Fersen gleichzeitig zu gleiten ist eine gängige Variante, stellt aber höhere Anforderungen an den Rumpf, um den unteren Rücken ruhig zu halten. Die meisten Menschen empfinden das abwechselnde Gleiten beider Beine am Anfang als leichter zu kontrollieren.
Was ist der häufigste Fehler bei dieser Übung?
Dass das Knie beim Anheben der Ferse nach innen oder außen abdriftet, was die Bahn des Oberschenkels verändert und das Gelenk reizen kann. Wenn die Kniescheibe zur Decke zeigt, korrigiert das das Problem sofort.
Womit kann ich das Fersengleiten in Rückenlage ohne Matte ausführen?
Jede glatte, feste Oberfläche funktioniert, etwa ein Bett, ein Handtuch auf glattem Boden oder eine Gleitscheibe unter der Ferse. Entscheidend ist, dass sich die Ferse frei bewegt, während das Knie ausgerichtet bleibt.
Ist diese Übung nach einer Knieverletzung sicher?
Sie wird wegen ihrer geringen Belastung häufig in der Knierehabilitation eingesetzt, aber du solltest dich an die konkreten Vorgaben zu Bewegungsradius und Progression halten, die dir dein Physiotherapeut oder Arzt gegeben hat. Dringe niemals in stechende Schmerzen, Schwellungen oder Blockiergefühle im Gelenk hinein.
Wie viele Wiederholungen des Fersengleitens in Rückenlage sollte ich machen?
Zehn bis fünfzehn langsame, kontrollierte Wiederholungen pro Seite sind ein solider Einstieg, egal ob als Reha, Aufwärmen oder Mobilitätstraining. Die Qualität des Gleitens ist deutlich wichtiger als das Gesamtvolumen.
