Schulterkreisen Im Sitzen

Das Schulterkreisen im Sitzen ist eine einfache Körpergewichts-Mobilitätsübung, die im Schneidersitz auf dem Boden ausgeführt wird, mit seitlich angehobenen Armen, gebeugten Ellbogen und nach oben gedrehten Handflächen. Aus dieser Position heraus zeichnest du langsame, bewusste Kreise mit deinen Schultern und Oberarmen, wobei du aus dem Schultergelenk rotierst, statt mit den Handgelenken zu schnippen. Es ist eine der zugänglichsten Aufwärmübungen für die Schultern überhaupt, denn sie braucht kein Equipment, keine Last und kaum Platz.

Diese Bewegung ist besonders nützlich vor jedem Druck-, Zug- oder Überkopftraining. Der Schneidersitz verankert Hüfte und Unterkörper, sodass die Bewegung isoliert im Schultergürtel bleibt und die Deltamuskeln sowie die kleinen darunterliegenden Muskeln der Rotatorenmanschette die Führung übernehmen müssen. Der obere Trapezmuskel und die Muskeln zwischen den Schulterblättern unterstützen dabei, während die Schulterblätter durch jede Umdrehung gleiten – das macht die Übung zu einem guten allgemeinen Weckruf für den gesamten oberen Rücken.

Da sie ohne Last erfolgt, eignet sich das Schulterkreisen im Sitzen für viele Zielgruppen: Bürobeschäftigte mit verspannten Schultern vom langen Sitzen, Athleten, die sich auf Bankdrücken oder Überkopfeinheiten vorbereiten, und alle, die nach einer Pause langsam wieder ins Oberkörpertraining einsteigen. Die sitzende Position erschwert zudem Mogelbewegungen, weil du den Rumpf nicht ausschwingen oder die Bewegung nicht wie im Stehen mitlaufen kannst.

Um das Maximum herauszuholen, saubere Ausgangsstellung halten. Setz dich aufrecht auf deine Sitzbeinhöcker, Wirbelsäule lang, Rippen über dem Becken gestapelt, und lass die Beine bequem im Schneidersitz ruhen, damit nichts deine Haltung zur Seite zieht. Hebe die Arme etwa auf Schulterhöhe, beuge die Ellbogen rund neunzig Grad und dreh die Handflächen nach oben, als würdest du zwei Teller dem Himmel reichen. Die Kreise werden gemeinsam von Ellbogen und Schulter gezogen – flüssig und durchgehend, ohne Schulterzucken Richtung Ohren.

Beginne mit kleinen Kreisen und weite sie über einige Wiederholungen allmählich, danach wechselst du nach zehn bis fünfzehn Umdrehungen die Richtung. Halte den Nacken entspannt und die Atmung gleichmäßig. Wenn eine Schulter einklemmt oder hakt, verkleinere den Kreis, statt durch die Bewegung zu drücken. Das ist eine Kontrollübung, keine Dehnung, die man erzwingt – der Gewinn kommt aus ruhigen, gleichmäßigen Wiederholungen, die du konsequent zu Beginn deiner Einheiten machst.

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Schulterkreisen Im Sitzen

Anleitungen

  • Setz dich auf den Boden, schlag die Beine bequem ineinander und verteile dein Gewicht gleichmäßig auf den Sitzbeinhöckern.
  • Richte dich auf, verlängere den Nacken hinten und lass die Schultern von den Ohren sinken, bevor du beginnst.
  • Hebe beide Arme seitlich etwa auf Schulterhöhe an und beuge die Ellbogen rund neunzig Grad.
  • Dreh die Handflächen nach oben, sodass Unterarme und Hände von deinem Körper weg zeigen.
  • Spanne die Körpermitte leicht an und halte die Rippen über dem Becken gestapelt, damit dein Rumpf ruhig bleibt.
  • Beginne, mit Ellbogen und Schultern kleine Kreise zu zeichnen, und lass die Schultergelenke jede Umdrehung flüssig durchrotieren.
  • Vergrößere die Kreise allmählich, bis du einen comfortable maximalen Durchmesser erreichst, ohne die Schultern hochzuziehen oder ins Hohlkreuz zu fallen.
  • Atme gleichmäßig und durchgehend – ein- und ausatmen durch die Nase statt die Luft anzuhalten.
  • Wechsle nach zehn bis fünfzehn Kreisen die Drehrichtung und wiederhole denselben Ablauf.
  • Beende die Übung, indem du die Arme langsam zu den Seiten senkst und die Schultern vor der nächsten Übung sanft ausschüttelst.

Tipps & Tricks

  • Der häufigste Fehler ist das Hochziehen der Schultern: Wandern deine oberen Trapzen Richtung Ohren, übernehmen die Schultern die Rotationsarbeit. Schieke die Schulterblätter zurück nach unten und starte mit kleineren Kreisen neu.
  • Halte den neunziggradigen Ellbogenwinkel konstant. Viele strecken die Arme, wenn die Kreise größer werden – daraus wird ein lockeres Armschwingen, und die Arbeit im Schultergelenk sinkt.
  • Die Handflächen bleiben während des gesamten Satzes nach oben gedreht. Rollen sie nach innen oder unten, verändert sich die Rotationsbahn und die Rotatorenmanschette wird entlastet.
  • Wenn du dich lehnst oder verdrehst, um den Armen zu helfen, sind deine Kreise zu groß geworden. Verkleinere den Durchmesser, bis der Rumpf ruhig bleiben kann.
  • Vergrößere die Kreise innerhalb eines Satzes schrittweise, statt groß zu starten. Die ersten kleinen Umdrehungen dienen als eigenes Aufwärmen fürs Gelenk.
  • Kippe den Kopf nicht nach vorn, um deine Hände zu beobachten – von dieser Position aus siehst du sie ohnehin kaum. Halte den Blick nach vorn und den Nacken lang.
  • Wenn der Schneidersitz deine Knie oder Hüften stört, setz dich auf den Rand einer gefalteten Matte, eines Kissens oder einer niedrigen Bank, damit deine Knie unter Hüfthöhe absinken können.
  • Zwei bis drei Sätze mit zehn bis fünfzehn Kreisen pro Richtung reichen fürs Aufwärmen völlig; mehr Volumen bringt wenig, sobald sich die Schultern flüssig anfühlen.
  • Beweg dich langsam genug, dass jede Umdrehung zwei bis drei Sekunden dauert. Schnelles Kreisen erzeugt Schwung und unterläuft den Sinn der Übung.

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Muskeln trainiert das Schulterkreisen im Sitzen?

    Es bewegt primär die Deltamuskeln an der Schulter, mit starker Unterstützung der Muskeln der Rotatorenmanschette, die den Oberarm in der Pfanne führen. Die oberen Trapzen und die Muskeln rund um die Schulterblätter helfen, die Kreisbahn zu kontrollieren.

  • Ist das Schulterkreisen im Sitzen eine Kraftübung oder ein Warm-up?

    Es ist vor allem eine Mobilitäts- und Aufwärmübung, da es ohne Last ausgeführt wird. Es bereitet die Schultergelenke auf schwereres Drücken und Ziehen vor, statt selbst Kraft aufzubauen.

  • Warum zeigen die Handflächen bei dieser Übung nach oben?

    Die Position mit Handflächen nach oben fördert die Außenrotation in der Schulter, was die Rotatorenmanschette auf gesundem Bahnen trainiert und verhindert, dass der Ellbogen absinkt. Zudem lassen sich Hochziehen der Schultern und Mogelbewegungen in Innenrotation leichter erkennen.

  • Muss ich im Schneidersitz sitzen?

    Nein. Der Schneidersitz ist einfach eine stabile Bodenposition, aber du kannst auch auf einer niedrigen Bank, einem Kissen oder einem Stuhl sitzen, solange dein Rumpf aufrecht bleibt und deine Hüften ruhig halten, während die Schultern sich bewegen.

  • Wie groß sollten die Kreise sein?

    Starte mit Kreisen etwa in der Größe eines Tennisballs und vergrößere sie im Lauf des Satzes allmählich, bis du an deine komfortable Beweglichkeit herankommst. Die richtige Größe ist der größte Kreis, den du flüssig ziehen kannst, ohne die Schultern hochzuziehen, ins Hohlkreuz zu fallen oder dich zu verdrehen.

  • Wie viele Wiederholungen und Richtungen sollte ich machen?

    Üblich sind zehn bis fünfzehn Kreise in eine Richtung, dann die gleiche Zahl in die Gegenrichtung, wiederholt über zwei bis drei Sätze. Der Richtungswechsel ist wichtig, weil die Rotation die Schulter in jede Richtung etwas anders belastet.

  • Was ist der häufigste Fehler bei dieser Bewegung?

    Das Hochziehen der Schultern Richtung Ohren ist Fehler Nummer eins, dicht gefolgt vom Durchstrecken der Ellbogen, wodurch die Übung zum Armschwingen wird. Beide Fehler verlagern die Arbeit weg vom Schultergelenk – achte auf die Trapzen und halte den Ellbogenwinkel fest.

  • Können Anfänger das Schulterkreisen im Sitzen machen?

    Ja, es ist einer der besten Einstiege in die Schultermobilität, weil es langsam, ohne Last erfolgt und sich über die Kreisgröße leicht anpassen lässt. Anfänger sollten einfach kleinere Kreise bevorzugen und beim ersten Einklemmgefühl innehalten.

  • Was kann ich stattdessen machen, wenn meine Schultern beim Kreisen schmerzen?

    Verkleinere zuerst die Kreise, und wenn das Unbehagen bleibt, wechsle zu Pendelschwingungen oder Wandgleitbewegungen (Wall Slides), die die Schulter über einen sanfteren Bogen bewegen. Anhaltendes Einklemmen bei jeder Schulterübung ist ein Grund für eine Abklärung statt fürs Weiterdrücken.

  • Wann sollte ich das in meinen Trainingsplan einbauen?

    Nutze es zu Beginn jeder Oberkörpereinheit, besonders vor Überkopfdrücken oder Bankdrücken, und es funktioniert auch gut als kurze Pause vom Schreibtisch. Ein bis zwei Minuten Kreisen genügen, damit sich die Schultern lockerer anfühlen.

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