Alternierendes Schulterkreisen Im Sitzen
Das Alternierende Schulterkreisen im Sitzen ist eine einfache Körpergewichts-Mobility-Übung, die die Schultergelenke abwechselnd Seite für Seite trainiert. Du sitzt aufrecht, legst die Fingerspitzen jeder Hand auf die gleichseitige Schulter und ziehst mit dem Ellbogen einen vollen Kreis, wobei beide Arme in entgegengesetzte Richtungen kreisen: Der eine Arm bewegt sich nach vorne, während der andere nach hinten läuft. Da die Fingerspitzen auf den Schultern bleiben, isoliert die Bewegung den Schultergürtel und zwingt die Rotatorenmanschette und die umliegenden Muskeln, die Führungarbeit zu übernehmen.
Die Hauptarbeitsbereiche dieser Übung sind die Deltoideus-Muskeln, die Gruppe der Rotatorenmanschette und die oberen Rückenmuskeln rund um die Schulterblätter. Wenn der Ellbogen in einem großen Bogen geführt wird, durchläuft die Schulter Rotation, Abspreizung und Streckung in einer einzigen kontinuierlichen Bahn – genau die kombinierte Bewegung, die alltägliche Druck- und Zugübungen oft auslassen. Die sitzende Position hält den Rumpf ruhig, sodass die Schultern keinen Schwung aus Lehnen oder Schwanken ziehen können.
Diese Bewegung ist für nahezu jeden sinnvoll. Büroangestellte mit verspannten Schultern, Sportler, die sich vor Druck- oder Zugeinheiten aufwärmen, und ältere Menschen, die ihre Schultermobilität erhalten wollen, profitieren alle davon. Sie eignet sich auch gut als aktive Regenerationsübung zwischen schweren Sätzen für den Oberkörper, da sie die Gelenke in Bewegung hält, ohne zusätzliche Last aufzubringen.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als sie aussieht. Aufrecht auf einer Bank oder auf den Fersen sitzend mit neutraler Wirbelsäule gibt den Schulterblättern eine stabile Basis. Wenn du einsinkst, kippen die Schulterblätter nach vorne und der Kreis wird flacher und weniger effektiv. Die Fingerspitzen liegen nur leicht als Referenzpunkte auf den Schultern; drücke nicht fest in die Gelenke.
Für eine saubere Ausführung halte die Kreise groß und flüssig und zeichne bewusst den größten Bogen nach, den deine Schulter zulässt. Bewege dich langsam genug, um zu spüren, wie die Schulter jedes Viertel des Kreises durchläuft – besonders den Bereich hinter dir, wo die meisten am wenigsten beweglich sind. Atme gleichmäßig durch und wechsle in der Mitte des Satzes die Richtung, damit beide Schultern in beide Richtungen gleich viel Arbeit bekommen.
Die häufigsten Fehler sind Hochziehen der Schultern zu den Ohren, Verkleinern des Kreises, wenn der Arm hinter den Körper wandert, und Vorwärtsdriften des Kopfes. Halte den Nacken lang, die Brust offen und lass das Schulterblatt mit dem Arm mitwandern, statt es festzuhalten. Wenn eine Schulter spürbar weniger Beweglichkeit hat, widme der eingeschränkten Seite etwas mehr Zeit, statt die Wiederholungen zu überstürzen.
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Anleitungen
- Setz dich aufrecht auf eine Bank oder lehn dich auf deine Fersen zurück, mit gerader Wirbelsäule und entspannten, von den Ohren weg gesenkten Schultern.
- Hebe beide Arme an und lege die Fingerspitzen jeder Hand leicht auf die gleichseitige Schulter, die Ellbogen zeigen seitlich nach außen.
- Spanne deinen Rumpf sanft an und halte die Rippen über dem Becken, damit dein Oberkörper während der Kreise ruhig bleibt.
- Beginne mit beiden Ellbogen gleichzeitig zu kreisen und zeichne mit jedem Arm große, flüssige Bögen.
- Bewege die Arme in entgegengesetzte Richtungen: Während ein Ellbogen den Kreis nach vorne und oben zieht, führt der andere ihn nach unten und hinten.
- Halte die Fingerspitzen durchgehend im Kontakt mit den Schultern, damit die Bewegung im Schultergelenk und im Schulterblatt bleibt.
- Mache etwa die Hälfte deiner Wiederholungen, dann wechsle bei beiden Armen die Richtung, damit jede Schulter beide Bahnen erlebt.
- Atme flüssig aus, wenn die Ellbogen nach oben schwingen, und ein, wenn sie nach unten und hinten kommen, und halte die Atmung kontinuierlich.
- Beende den Satz, lass die Arme sinken und rolle die Schultern ein- oder zweimal sanft, bevor du zur nächsten Übung übergehst.
Tipps & Tricks
- Mache den Kreis vorne genauso groß wie hinten; die meisten verkleinern den Bogen, wenn der Ellbogen das Ohr passiert und wieder hinter dem Rücken – genau diese beiden Bereiche brauchen die meiste Beweglichkeit.
- Wenn du an der Oberseite der Schulter ein Kneifen spürst, verkleinere den Kreis leicht und halte den Ellbogen etwas niedriger, statt in das Unbehagen hineinzudrücken.
- Drücke deine Fingerspitzen nicht fest in die Schultern; sie sind Referenzpunkte für die Bewegung, keine Stützpunkte zum Anlehnen.
- Lass deinen Kopf dem bewegten Ellbogen nicht folgen. Blick nach vorn und Nacken lang halten, damit der obere Trapezmuskel entspannt bleibt.
- Wenn du auf einer Bank sitzt, stelle beide Füße flach auf den Boden. Wenn du auf den Fersen sitzt, strecke dich durch die Wirbelsäule, damit dein Oberkörper nicht rund wird, wenn du die Ellbogen nach hinten führst.
- Beginne mit langsamen, bewussten Kreisen, bevor du das Tempo steigerst. Sobald der Schwung die Rotation übernimmt, verliert die Übung schnell ihren Wert.
- Wenn eine Schulter spürbar schlechter mitmacht, mache auf dieser Seite ein paar zusätzliche Kreise in eine Richtung, aber bleib im schmerzfreien Bereich.
- Ein häufiger Fehler ist das Hochziehen der Schultern, wenn der Ellbogen steigt. Atme vor jedem Satz tief ein, senke die Schultern und halte diese Position, während sich die Arme bewegen.
- Nutze diese Übung vor Schulterdrücken, Bankdrücken oder Klimmzügen, um die Schultern durch Rotationen zu führen, die sie aus dem ersten Arbeitssatz allein nicht bekommen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert das Alternierende Schulterkreisen im Sitzen?
Die Hauptmuskeln sind die Deltoideus-Muskeln der Schultern, die maßgeblich von der Rotatorenmanschette unterstützt werden. Der obere Trapezmuskel und die Muskeln rund um die Schulterblätter arbeiten ebenfalls, um das Schulterblatt zu kontrollieren, während der Ellbogen kreist.
Warum bleiben meine Fingerspitzen während dieser Übung auf den Schultern?
Durch das Berühren der Schultern werden Ellbogen und Hand aus der Bewegung genommen und die Übung wird zu einer reinen Rotation des Schultergelenks. Außerdem bekommst du sofort Rückmeldung, wenn der Kontakt abreißt – das bedeutet meist, dass der Kreis zunehmend schlampig wird.
Warum kreisen die Arme in entgegengesetzte Richtungen?
Das Wechseln der Richtungen fordert die Koordination zwischen beiden Schultern und lässt jeden Arm gleichzeitig durch die vordere und die hintere Hälfte des Kreises laufen. Es spiegelt außerdem, wie die Schultern beim echten Krafttraining und im Alltag unabhängig voneinander arbeiten müssen.
Ist das Alternierende Schulterkreisen im Sitzen für Anfänger geeignet?
Ja, es ist eine der sichersten Schulterübungen zum Erlernen, weil es ohne Last auskommt und der Bewegungsumfang selbst gewählt wird. Anfänger sollten mit kleinen, langsamen Kreisen starten und diese allmählich vergrößern, wenn die Schultern mobiler werden.
Wie viele Wiederholungen und Sätze sollte ich machen?
Zehn bis fünfzehn Kreise pro Richtung und Satz sind ideal, meist für ein bis zwei Sätze. Wechsle in der Mitte des Satzes die Richtung, damit beide Schultern beide Rotationsbahnen durchlaufen.
Soll ich eine Dehnung im hinteren Teil der Schulter spüren?
Ein leichtes Dehngefühl, wenn der Ellbogen hinter dich schwingt, ist normal, besonders wenn deine Schultern verspannt sind. Stechender Schmerz, Kneifen an der Schultervorderseite oder Taubheitsgefühl sind ein Signal, den Kreis zu verkleinern oder abzubrechen.
Kann ich diese Übung im Stehen statt im Sitzen machen?
Das geht, aber das Sitzen ist gerade der Sinn dieser Variante. Der Sitz verankert Hüfte und Wirbelsäule, sodass die Schultern nicht durch Schwanken oder Verdrehen schummeln können – das macht die Übung zu einer saubereren Schultermobility-Übung.
Was ist der häufigste Fehler bei dieser Übung?
Das Hochziehen der Schultern zu den Ohren und das Verkleinern des Kreises hinter dem Körper. Halte die Schultern sanft nach unten gezogen und achte bewusst darauf, dass der Ellbogen so weit nach hinten und so hoch wie angenehm geführt wird.
Wann ist der beste Zeitpunkt für das Alternierende Schulterkreisen im Sitzen?
Am besten passt es ins Aufwärmen vor jedem Druck- oder Zugtraining oder als aktive Regenerationsübung zwischen Sätzen oder an freien Tagen. Da es ohne Last auskommt, ist es schonend genug, um es täglich zu machen, wenn sich deine Schultern steif anfühlen.
