Armkreisen Im Gehen
Armkreisen im Gehen ist eine einfache dynamische Übung, die kontinuierliches Vorwärtsgehen mit großen, schwingenden Kreisen beider Arme verbindet. Du stehst aufrecht, streckst die Arme seitlich auf Schulterhöhe aus und rotierst sie in ganzen Kreisen, während deine Beine Schritt für Schritt weiterlaufen. Du brauchst keine Ausrüstung und keinen mehr Platz als einen Flur, einen Hof oder eine freie Fläche – das macht es zu einer der einfachsten Methoden, den Oberkörper zu aktivieren, während die untere Körperhälfte in Bewegung bleibt.
Die Bewegung trainiert hauptsächlich die Schultern, besonders die vorderen und seitlichen Deltoideus-Anteile, die die Arme heben und rotieren, sowie die Brustmuskeln, die die Arme durch den oberen Bogen des Kreises unterstützen. Weil du gleichzeitig gehst, übernehmen deine Waden und quadriceps femoris das gleichmäßige Treten, und dein Rumpf bleibt leicht angespannt, um den Oberkörper aufrecht zu halten, während die Arme sich bewegen. Der eigentliche Wert liegt aber in der Koordination: Dein Gehirn muss zwei Rhythmen gleichzeitig steuern – genau deshalb ist diese Übung fester Bestandteil von Aufwärmprogrammen für Laufsport, Rückschlagsport, Schwimmen und allgemeines Gruppentraining.
Die Ausgangsposition ist wichtiger, als es aussieht. Wenn deine Arme unter Schulterhöhe absinken oder du die Ellbogen beugst, schrumpfen die Kreise und die Schulterarbeit verschwindet. Halte die Arme lang, die Handflächen entspannt und mache die Kreise breit genug, dass deine Fingerspitzen eine Bahn etwas breiter als deine Schultern beschreiben. Dein Gehen sollte normal und entspannt bleiben; die Arme bringen die Herausforderung, nicht die Füße.
Zur Ausführung: Gehe in gemütlichem Gesprächstempo und lasse jeder Arm etwa alle zwei bis drei Schritte einen sauberen vollen Kreis vollenden. Atme gleichmäßig und halte nicht die Luft an, wenn die Arme über den Kopf kommen. Die meisten absolvieren die Übung über 20 bis 40 Meter oder 20 bis 30 Sekunden vorwärts und drehen auf dem Rückweg die Kreisrichtung um, wenn sie ein ausgewogenes Aufwärmen möchten.
Diese Bewegung eignet sich ideal fürs Aufwärmen, für aktive Regenerationstage und für schonendes Konditionstraining. Wenn deine Schultern am oberen Punkt des Kreises eingeengt werden, verkleinere die Kreise, statt die Beweglichkeit zu erzwingen. Halte den Nacken entspannt, die Rippen über dem Becken, und lasse die Bewegung flüssig statt abgehackt bleiben – dann erfüllt die Übung ihren Zweck, ohne irgendein Gelenk zu belasten.
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Anleitungen
- Stelle dich aufrecht hin, die Füße hüftbreit auseinander, und strecke die Arme seitlich gerade auf Schulterhöhe aus, die Handflächen nach unten oder entspannt.
- Wähle einen freien Gehweg von etwa 20 bis 40 Metern ohne Hindernisse und schaue geradeaus statt auf deine Füße.
- Ziehe den Bauchnabel leicht ein und richte die Rippen über dem Becken aus, damit dein Oberkörper aufrecht bleibt, während sich die Arme bewegen.
- Beginne, in gleichmäßigem, bequemem Tempo vorwärts zu gehen und setze jeden Schritt von der Ferse zu den Zehen ab.
- Rotiere gleichzeitig beide Arme in großen, flüssigen Kreisen nach vorne und halte dabei die Ellbogen durchgestreckt und die Kreise breit.
- Plane die Kreise so, dass jeder Arm etwa alle zwei bis drei Schritte eine volle Drehung vollendet.
- Halte die Arme durchgehend auf oder nahe Schulterhöhe; lass sie nicht in Richtung Hüften durchhängen, wenn sie den unteren Punkt des Kreises passieren.
- Atme durch die Nase ein und durch den Mund aus, in einem gleichmäßigen Rhythmus, statt die Luft anzuhalten, wenn die Arme über den Kopf kommen.
- Mache 20 bis 30 Sekunden oder deine gewählte Distanz weiter, dann stoppe, lasse die Arme langsam sinken und schüttle die Schultern locker aus, bevor du die Kreise bei Bedarf rückwärts wiederholst.
Tipps & Tricks
- Der häufigste Fehler ist das Beugen der Ellbogen, womit aus großen Armkreisen unbemerkt kleine Handkreise werden; denk daran, dass deine Fingerspitzen den breitest möglichen Ring zeichnen.
- Wenn deine Schultern zu den Ohren hochziehen, lasse sie bewusst zwischen den Kreisen wieder sinken, damit der obere Trapezmuskel nicht die Arbeit des Deltoideus übernimmt.
- Viele verlangsamen ihr Gehen, um sich auf die Arme zu konzentrieren; halte zuerst das Schrittrhythmus-Muster fest und passe die Kreise daran an – nicht umgekehrt.
- Beginne mit vorwärts gerichteten Kreisen, bevor du rückwärts probierst, denn die rückwärtige Variante neigt dazu, die Brust zu verengen und die Schultern nach vorne zu ziehen, wenn du sie überstürzt.
- Wenn deine Schultern einklemmen, während die Arme über den Kopf gehen, verkleinere den Kreisdurchmesser, statt durch das Unbehagen zu pressen.
- Halte die Handflächen locker und die Finger weich; verkrampfte Hände oder geballte Fäuste erzeugen unnötige Verspannungen in Nacken und Unterarmen.
- Mache diese Übung nach ein paar Minuten lockeren Gehens und nicht als allererste Bewegung im kalten Training, damit die Schultern für den vollen Bewegungsumfang bereit sind.
- Reduziere auf unebenem Boden deine Schrittlänge und verlangsame die Kreise etwas; bei Koordinationsübungen führt ein abgelenkter Schritt am ehesten zu einem umgeknickten Knöchel.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln werden beim Armkreisen im Gehen am meisten beansprucht?
Die Schultern tragen die Hauptlast, insbesondere die vorderen und seitlichen Deltoideus-Anteile, die die Arme rotieren und oben halten. Die Brust unterstützt im oberen Bogen, während Waden und quadriceps femoris durch das Gehen kontinuierlich arbeiten.
Ist Armkreisen im Gehen eine Kraftübung oder ein Aufwärmen?
Am besten funktioniert es als dynamisches Aufwärmen oder leichtes Konditionstraining. Da kein äußeres Gewicht beteiligt ist, erhöht es die Herzfrequenz und bereitet die Schultergelenke auf intensivere Arbeit vor, statt nennenswerte Kraft aufzubauen.
Sollte ich vorwärts kreisen, rückwärts kreisen oder beides?
Beides ist ideal. Vorwärtskreise lassen sich meist leichter koordinieren, also starte damit und wiederhole dann die Übung mit rückwärts Kreisen, um den Schulterbereich in die entgegengesetzte Richtung abzudecken.
Warum sinken meine Arme beim Armkreisen im Gehen unter Schulterhöhe?
Das passiert meist, wenn Ermüdung einsetzt oder sich die Ellbogen unbemerkt beugen. Richte dich mit langen Armen auf Schulterhöhe neu aus, und wenn du diese Position nicht halten kannst, verkürze den Satz, statt die Kreise absinken zu lassen.
Wie lang sollte jeder Satz Armkreisen im Gehen dauern?
Etwa 20 bis 30 Sekunden oder 20 bis 40 Meter pro Satz eignen sich gut fürs Aufwärmen. Für schonendes Konditionstraining kannst du auf eine Minute oder mehr ausdehnen, solange Armhöhe und Kreisgröße konstant bleiben.
Können Anfänger Armkreisen im Gehen machen?
Ja, es ist eine der anfängerfreundlichsten Übungen überhaupt, denn die einzige Ausrüstung ist der eigene Körper und das Tempo bestimmst du selbst. Anfänger sollten auf flüssige, mittelgroße Kreise achten, bevor sie sie vergrößern.
Was kann ich stattdessen machen, wenn ich keinen Platz zum Gehen habe?
Armkreise im Stehen bieten fast denselben Schulter-Nutzen, wenn du auf der Stelle marschierst statt dich fortzubewegen. Du verlierst etwas Gleichgewichts- und Rhythmusarbeit, aber das Bewegungsmuster bleibt gleich.
Ist es ein Problem, wenn ich am oberen Punkt des Kreises ein Zwicken spüre?
Ein Zwicken ist ein Signal, die Kreisgröße zu reduzieren, nicht dagegen anzuarbeiten. Mache die Ringe kleiner und halte die Schultern entspannt; falls das Gefühl in jedem Bewegungsbereich wiederkehrt, lohnt es sich, das professionell abklären zu lassen.
