Laterale Rippenatmung In Seitenlage
Die Laterale Rippenatmung in Seitenlage ist eine Atemübung, kein klassisches Kraft- oder Dehntraining. Du liegst auf der Seite auf einer Matte, der untere Arm ist über Kopf Richtung Boden gestreckt und die obere Hand liegt auf der Seite des Brustkorbs. Dann übst du, jeden Atemzug gezielt in die Rippen zu lenken, die zur Decke zeigen. Die Hand auf den Rippen gibt dir sofortiges Feedback: Spürst du, wie sich die Rippen beim Einatmen seitlich in deine Handfläche drücken, machst du alles richtig.
Die Seitenlage macht diese Übung so wertvoll. Wenn du auf dem Rücken liegst oder stehst, ist es leicht zu schummeln, indem du die Brust anhebst, die Schultern hochziehst oder den Bauch nach außen drückst. In der Seitenlage ist die Bewegung der unteren Rippenhälfte eingeschränkt, sodass die Luft in die oberen Rippen und in die Zwischenrippenräume der offenen Seite ausweichen muss. Diese gezielte Erweiterung ist in keiner anderen Position so gut erreichbar – deshalb taucht diese Übung so häufig im Pilates-Unterricht und in der Rehabilitation auf.
Diese Übung ist für fast jeden geeignet. Sie ist ein Grundpfeiler im Pilates, wo die laterale Atmung mit der Anspannung der Körpermitte koordiniert wird. Sie hilft auch Menschen, die in flache Brustatmung festgefahren sind, Athleten, die an der Kontrolle von Brustkorb und Rumpf arbeiten, und allen, die lange sitzen und einen zusammengefallenen, gerundeten Oberkörper haben. Menschen in der Genesung nach Beschwerden rund um den Brustkorb oder nach langer Zeit mit wenig Bewegung nutzen sie oft, um das Bewusstsein für den Brustkorb sanft wiederherzustellen – sie sollte jedoch niemals die Anleitung einer qualifizierten Fachkraft ersetzen.
Die Ausführung ist einfach, verlangt aber Aufmerksamkeit. Lieg auf der Seite, Hüften und Schultern übereinander gestapelt, der Kopf ruht auf dem unteren Arm, und leg die obere Hand mit gespreizten Fingern auf die Seite deiner Rippen. Atme langsam durch die Nase ein und stell dir vor, wie der Atem die Rippen unter deiner oberen Hand füllt; spür, wie sie sich in deine Handfläche weiten. Atme langsam durch den Mund aus, als würdest du durch einen Strohhalm pusten, und spür, wie sich die Rippen wieder zusammenziehen und die tiefen Rumpfmuskeln sanft aktivieren. Bauch, Brust und Schultern sollten im Vergleich zu einem normalen Atemzug relativ ruhig bleiben.
Ein häufiger Fehler ist, den Atem so stark zu erzwingen, dass Nacken und Schultern sich verspannen, oder den Oberkörper mit jedem Atemzug nach vorne und hinten rollen zu lassen. Halte die Wirbelsäule lang und neutral, bleib gestapelt, und lass den Brustkorb der einzige bewegte Teil sein. Wenn du Anspannung spürst, mache die Atemzüge kleiner und langsamer statt größer.
Übe zwei bis drei Minuten pro Seite und wechsle die Seite ab, damit beide Brustkorbhälften gleich viel Aufmerksamkeit bekommen. Die Übung eignet sich gut als Aufwärmen vor Pilates oder Core-Training, als Reset zwischen schweren Sätzen oder als Beruhigungsübung am Ende einer Einheit. Da es keine Last und keine schnelle Bewegung gibt, besteht das größte Risiko schlicht darin, sie achtlos auszuführen – behandle sie also als Fähigkeit, die du verfeinerst, nicht als abzuhakenden Punkt.
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Anleitungen
- Lege eine Trainingsmatte auf den Boden und lieg auf deine rechte Seite, Hüften und Schultern in einer Linie übereinander gestapelt, die Knie bequem beieinander oder leicht angewinkelt für mehr Stabilität.
- Strecke deinen unteren (rechten) Arm am Boden über Kopf aus, sodass dein Kopf leicht auf ihm ruhen kann, und lege deine obere (linke) Hand flach mit gespreizten Fingern auf die Seite deines Brustkorbs.
- Prüfe deine Ausrichtung: Kopf neutral, Wirbelsäule lang, Schultern entspannt und von den Ohren weg. Atme einmal normal ein und aus, bevor du mit der Übung beginnst.
- Atme langsam durch die Nase ein und lenke die Luft in die Ripenseite, die zur Decke zeigt; spür, wie sie sich nach außen in deine obere Hand weitet.
- Halte Brust, Bauch und Schultern beim Einatmen ruhig; die Bewegung sollst du unter deiner Handfläche an den oberen Rippen spüren, nicht an den Schlüsselbeinen.
- Atme langsam durch die zusammengepressten Lippen aus, als würdest du durch einen Strohhalm pusten, und spür, wie sich die Rippen unter deiner Hand wieder senken und zusammenziehen.
- Beim Ausatmen lässt du deine tiefen Rumpfmuskeln natürlich mit einer sanften Einwärtsbewegung reagieren, ohne die Bauchmuskeln kräftig anzuspannen oder festzuhalten.
- Absolviere 6-10 langsame Atemzyklen und halte jede Ein- und Ausatmung gleichmäßig sanft und in gleicher Länge.
- Wechsle auf deine linke Seite, stapel Hüften und Schultern neu, lege die andere Hand auf die oberen Rippen und wiederhole die Übung mit derselben Anzahl an Atemzügen.
- Zum Abschluss nimm einen entspannten Ganzkörperatemzug liegend auf dem Rücken und nimm wahr, wie viel leichter sich deine Atmung nun anfühlt, bevor du weitermachst.
Tipps & Tricks
- Wenn deine Hand die Rippen kaum bewegen spürt, atmest du vermutlich in die Brust. Übertreibe in den ersten Atemzügen die Absicht, die Luft zu deiner oberen Hand zu schicken, um den Atemweg neu zu lernen.
- Achte darauf, dass der Rumpf sich nicht mit jedem Atemzug nach vorne oder hinten rollt. Halte Schultern und Hüften übereinander; eine leichte Beugung im unteren Knie kann die Position stabilisieren.
- Vermeide es, beim Einatmen die Schulter Richtung Ohr zu heben. Das ist Atemhilfsmuskulatur, die die Arbeit übernimmt. Senke die obere Schulter bewusst ab und verkleinere den Atemzug, bis die Rippen die Arbeit machen.
- Erzwinge keinen riesigen Atemzug. Die laterale Erweiterung ist am Anfang subtil; ein ruhiges, mäßiges Luftvolumen mit guter Rippenbewegung ist besser als ein großer, hastiger Atemzug voller Anspannung.
- Eine leicht gebeugte untere Hüfte und Knie hilft Einsteigern oft, stabil zu bleiben. Wenn du unsicher liegst, winkel das untere Bein etwa 45 Grad an und lehne das obere Bein daran.
- Wenn dein unterer Arm oder deine Schulter vom Liegen schmerzt, lege ein kleines Handtuch unter den Arm oder unter den Kopf, statt die Übung abzubrechen; Komfort ist die Voraussetzung für langsames Atmen.
- Gleiche die Länge deiner Ausatmung an die Einatmung an oder mache sie etwas länger. Eine hastige Ausatmung geht meist mit dem Verlust der Rippenkontrolle und der Rumpfspannung einher.
- Übe beide Seiten, auch wenn sich ein Brustkorb leichter erweitern lässt. Die meisten Menschen haben eine steife Seite, und die Übung funktioniert am besten, wenn beide gleich viel Zeit bekommen.
- Nutze diese Übung vor schweren Lftsätzen oder Pilates statt danach. Verbesserte Rippenposition und Atemkontrolle übertragen sich in ein besseres Rumpfstabilisieren bei belasteten Übungen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln trainiert die Laterale Rippenatmung in Seitenlage?
Sie trainiert vor allem das Zwerchfell und die Muskeln zwischen den Rippen, mit unterstützender Beteiligung der schrägen Bauchmuskeln und der tiefen Körpermitte bei der Kontrolle der Ausatmung. Es ist eine Atemkontrollübung – erwarte also nicht die Muskelanstrengung einer belasteten Core-Übung.
Warum wird die Übung in Seitenlage statt auf dem Rücken liegend ausgeführt?
In der Seitenlage sind die dem Boden zugewandten Rippen eingeschränkt, sodass die Luft in die offenen oberen Rippen ausweicht, wo deine Hand sie spüren kann. Auf dem Rücken verfällt man viel leichter unbemerkt in Bauch- oder Brustatmung.
Ist die Laterale Rippenatmung in Seitenlage für absolute Anfänger geeignet?
Ja, sie ist eine der zugänglichsten Atemübungen, weil es keine Last und keine komplexe Position gibt. Anfänger sollten mit 5-6 langsamen Atemzügen pro Seite beginnen und sich darauf konzentrieren, die Rippenbewegung unter der oberen Hand zu spüren.
Wie weit sollten sich meine Rippen beim Einatmen weiten?
Die Bewegung ist bescheiden, meist ein bis zwei Zentimeter Weitung in deine Handfläche hinein. Wenn du spürst, dass sich dein ganzer Rumpf verdreht oder die Brust sich hebt, ist der Atemzug zu groß geworden und hat seinen Fokus verloren.
Meine Schultern und mein Nacken verspannen sich bei der Übung. Was sollte ich ändern?
Das bedeutet meist, dass du zu viel Luft nimmst oder zu schnell einatmest. Reduziere das Volumen jedes Atemzugs, verlangsame die Einatmung und halte die obere Schulter bewusst schwer und entspannt.
Kann ich eine andere Atemübung statt der Lateralen Rippenatmung in Seitenlage machen?
Zwerchfellatmung im Rückenliegen oder laterale Atmung im Sitzen sind sinnvolle Alternativen, aber keine davon isoliert die oberen Rippen so gut wie die Seitenlage. Wenn du nicht bequem auf der Seite liegen kannst, ist eine sitzende Variante mit den Händen um den Brustkorb die beste Alternative.
Wie viele Atemzüge und wie lange sollte ein Satz dauern?
Ziele auf 6-10 Atemzyklen pro Seite, wobei jede Ein- und Ausatmung etwa 3-5 Sekunden dauert – das ergibt rund zwei Minuten pro Seite. Die Qualität der Rippenbewegung ist deutlich wichtiger als die Gesamtzahl der Atemzüge.
Sollte mein unterer Arm über Kopf gestreckt oder unter meinem Kopf angewinkelt sein?
Der über Kopf gestreckte untere Arm verlängert die Seite des Rumpfs und gibt den Rippen mehr Raum zum Erweitern – das ist die hier gezeigte Ausgangsstellung. Wenn diese Position deine Schulter belastet, winkel den Arm an und lege den Kopf darauf.
Ist diese Übung sicher, wenn ich schwanger bin oder eine Rippen- oder Rückenverletzung habe?
Die Übung ist sanft und lastarm, aber Schwangerschaft und jede Rippen-, Rumpf- oder atembezogene Beschwerde verändern, was geeignet ist. Sprich vorher mit deinem Arzt oder einer qualifizierten Fachkraft für Pre- oder Reha-Training und brich ab, falls etwas Unbehagen verursacht.
Wann ist der beste Zeitpunkt im Workout für diese Übung?
Sie eignet sich gut als Aufwärmen vor Pilates-, Core- oder Krafttraining, weil sie Rippenposition und Atemrhythmus vorbereitet. Am Ende einer Einheit kannst du sie nutzen, um das Nervensystem herunterzufahren und mit ruhiger, kontrollierter Atmung abzuschließen.
